Ein herziges Täschchen

Oktoberfeste werden ja immer populärer und haben sogar bei uns im hohen Norden Ende September einen festen Platz gefunden. Ich mag diesen Trend. Allein schon das deftige Essen wie Haxen, Weißwurst mit süßen Senf, Brez’n oder das berühmte Hendl haben es mir angetan. Da ich es nun dieses Jahr heute wage zu so einem Event zu gehen, werde ich mich auch standesgemäß in ein Dirndl stecken. Erste Anproben haben gezeigt, dass ich mich in dieser bayrischen Tracht sauwohl fühle. Meiner Schwester geht es ähnlich. Sie behauptet sogar, wenn sie in Bayern leben würde, wäre sie nur im Dirndl unterwegs. Da müssen wir doch irgendwelche Alm-Gene in uns haben, oder? Ich jedenfalls finde es einfach genial, dass man gleich komplett angezogen ist. Man braucht nichts zu kombinieren, frische weiße Dirndlbluse an, Kleid und Schürze drüber – fertig!

Zu meinem kompletten Outfit fehlte mir noch ein kleines Täschchen. Also flugs die Häkelnadel herausgeholt und angefangen. Das Muster und die Form der Art-Deko-Tasche von hier hat es mir dabei angetan. Ich habe meine Lieblingswolle von Drops (Merino Extra Fine) genommen und 49 Maschen aufgenommen, dann immer eine Luftmasche und eine feste Masche im Wechsel gehäkelt. In der nächsten Reihe immer eine feste Masche um eine Luftmasche häkeln und eine Luftmasche im Wechsel. Wenn man eine ungerade Maschenanzahl aufnimmt, ist jeder Reihenanfang gleich, das fand ich ganz praktisch für so nebenbei häkeln. Zuerst habe ich in die Luftmasche reingestochen, das war aber viel zu mühsam und nach zwei Reihen habe ich noch einmal angefangen und die Luftmaschen umhäkelt. Wahrscheinlich war so das Muster auch gedacht, na ja , Rückschläge gibt es immer wieder beim Werkeln.

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Das rote Herzchen häkelte ich aus der gleichen Wollsorte. Ich hatte zwar eine Anleitung für ein Herz, kam aber gar nicht klar und entwickelte eine eigene. In einen magischen Ring häkelte ich 3 Luftmaschen, 4 Doppelstäbchen, 3 einfache Stäbchen, 1 Doppelstäbchen, 3 Luftmaschen, 1 Doppelstäbchen, 3 einfache Stäbchen, 4 Doppelstäbchen und 3 Luftmaschen. Beendet wird die Runde mit einer Kettmasche. Die nächste Runde besteht nur aus festen Maschen, wobei ich erst 2 feste Maschen in die Luftmaschen gehäkelt habe, dann verdoppelte ich nächsten 4 Maschen für die herzige Rundung, dann die folgenden Maschen als feste Masche häkeln. An der Spitze 3 feste Maschen in den Luftmaschenbogen und zurück das Gleiche nur in umgekehrter Reihenfolge. Das Herzchen steppte ich mit weißem Wollgarn auf die Taschenklappe.

Ich wollte gern innen ein Futter einnähen und das auch bitte mit Reißverschluss, damit kleine Dinge sicher verwahrt sind. Also kramte ich in meiner Stoffkiste und fand blau-weiß-karierten Stoff – geradezu perfekt für mein Unterfangen. Ich schnitt das Futter nach der Größe des Häkelteils zu und bügelte den Saum nach innen. Da ich die Tasche am Ende zusammen häkeln wollte, habe ich ca. 1 cm Rand gelassen. Ich nähte ein Stück Endlosreißverschluss an den Futterstoff und verriegelte die Enden nach Einzug des Zippers mit ein bisschen Webband. Jetzt kam der fummeligste Teil: Den Stoff nähte ich mit der Hand an das Häkelteil. Hier bitte darauf achten, dass der weiße Nähfaden nicht auf der Außenseite der Häkeltasche zu sehen ist.

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Jetzt habe ich die Tasche mit festen Maschen zusammen gehäkelt. Für den Alpencharme in der Kontrastfarbe rot. Nur an der Frontklappe habe ich das Muster (eine Luftmasche, eine feste Masche) wie bei der Tasche an sich gehäkelt. An den Ecken habe ich immer 3 feste Maschen in eine Masche gehäkelt. Für die Knopflöcher habe ich 5 Luftmaschen gehäkelt, die Arbeit gewendet und in die 4. Masche eine Kettmasche gearbeitet. Dann wieder wenden und 7 feste Maschen um den Luftmaschenbogen. Eigentlich braucht man jetzt nur noch passende Knöpfe annähen. Ich wühlte in meiner Knöpfebox und fand einfach nix. Alles war fade, passte farblich oder vom Stil nicht. Allein die Holzknöpfe kamen in die engere Wahl, aber 100% gut fand ich sie auch nicht. Also noch Acrylfarbe und Pinsel rausgekramt und ein Herzchen raufgepinselt. So ist’s besser! Annähen und fast geschafft. Nur noch eine Kordel mit den Fingern gehäkelt, das kann ich beim besten Willen nicht erklären, aber hier kann es jemand.

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Und jetzt: O’zapft is!

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3 Gedanken zu “Ein herziges Täschchen

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