Kann das weg?

Natürlich nicht, das brauche ich noch! Mit diesen Worten begann das Upcyling-Projekt „Täschchen nähen aus Plastikmüll“. Schon lange wollte ich die im WWW bewunderten Schokoladen- oder Gummibärchentaschen nähen. Dafür hieß es zunächst ein bisschen sammeln. Nun arbeite ich in einem Büro, wo Naschen ganz oben auf der Agenda steht. Hier wird aus Süßigkeiten direkt und sofort die geistige Energie gezogen, sprich für viel geistige Energie brauchen wir viele Süßigkeiten :-). Das ganze Unterfangen wird unterstützt durch ein Tässchen Kaffee und ähnliche Muntermacher. So bedurfte es nicht vieler Wochen, bis die gewünschten Mengen an Schokoladen- und ähnlichen Verpackungen für das Projekt vorhanden waren. Wie man sieht, ist in unserem Büro eine Schwäche für Schokolade einer bestimmten Farbe zu verzeichnen. Und mit 100 g Tafeln fangen wir gar nicht erst an, 300 g entspricht unserem Energiebedarf da schon mehr. Umso besser passten meine braunen Reißverschlüsse zu Farbe und Größe aus einem Nähpaket dazu und kamen so zu besonderen Ehren.

Für die Täschchen habe ich mich an 2 Techniken versucht. Die papierartigen und Folienv, Verpackungen (Schokoladenpapier oder Kaffeefolie oder die Chai Latte Päckchen) haben eine Verstärkung aus Buchfolie bekommen und waren dann die Grundlage zum Vernähen. An dieser Technik gefällt mir, dass das zu vernähende Material sehr flexibel bleibt. So kann man auch kleinere Taschen nähen und das Verarbeiten ist dem von Wachstuch sehr ähnlich und dementsprechend einfach. Das Aussehen des verstärkten Materials ähnelt sehr dem Originalpapier. Dadurch denkt man fast, dass man eine Schokolade oder eine Kaffeetüte oder ein Chai Latte Päckchen vor sich hat. Was mir nicht so gut gefallen hat, dass man beim Wenden der Täschchen leicht Knicke in das Schokoladenpapier / Verpackungen + Buchfolie verursacht. Das gibt dem Endprodukt zwar einen gewissen used-Look, ich hätte aber gern so ganz glatte Folie, praktisch wie frisch aus dem Laden.

Die Folien von Gummibärchen + Co. habe ich auf einer neutralen Plastiktüte zwischen 2 Backpapieren mit dem Bügeleisen verschmolzen. Damit erreicht man ein strapazierfähiges Material für etwas größere Kosmetiktaschen. Bei der Wahl der Temperatur muss man ein bisschen üben, sonst schrumpfen die Folien zu schnell unschön zusammen. Lieber langsam vorarbeiten. Ich habe dabei sogar lieber noch nicht verschmolzenen Ecken angenäht als die Temperatur weiter hochzudrehen. An dieser Technik fasziniert mich, wie viele verschiedene Variationen möglich sind. Hier kann man praktisch als Patchwork für jeden seine Lieblinge -egal ob Nudeln, Gummibärchen oder Klamottenläden – als Tasche vernähen. Hier sind der Fantasie keine Grenzen gesetzt und auch von der Größe her kann man mehr variieren, da durch das Zusammenkleben größere und auch stabilere Schnitte realisiert werden können.

Wenn die „Außenhaut“ fertig ist, heißt es diese und den Futterstoff zuzuschneiden. Dabei wird die Größe der Tasche durch das Layout der Verpackung bestimmt. Mit einfachem Baumwollnesselstoff und dem Endlosreißverschluss wird schnell eine Tasche draus. Beim Schnitt habe ich mich an diesem Modell orientiert. Als „Schniepel“ für das Ende des Zippers habe ich gern Kaffee-Portionsbeutel genommen. Die passen von der Breite genau auf den Reißverschluss. Bei einer Tasche habe ich 2 unterschiedlich große Plastikdeckel mit einer kleinen Aussparung ineinander geklebt.

Für mich haben beide Techniken ihren Reiz. Ich werde auf jeden Fall noch weitere Taschen in diesem Design fertigen und möchte mit verschiedenen Verstärkungsmaterialien und Taschengrößen variieren.

Die erste Kollektion ist jedenfalls ein guter Anfang und wer bekam sie? Na klar, die lieben Kollegen, die mich bei einem Projekt im letzten und diesem Jahr ganz viel unterstützen und natürlich als Motivation weiterhin ganz viel Schokolade zu essen :-).

Verlinkt bei facile et beaugusta und ihrer Upcyclingparty im Januar.

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3 Gedanken zu “Kann das weg?

  1. *lach* was für eine nette idee die kollegen damit zu beschenken. ich hab schon des öfteren diese täschchen bewundert, mich aber noch nie an eines gewagt. danke fürs zeigen und teilen. ❤
    liebe grüße
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  2. WOW, welche Vielfalt!!!
    ich hab das letztens auch probiert und… war frustriert… Ich hatte Lamifix-Folie verwendet und die knitterte schon beim Aufbügeln. Buchfolie wollte ich auch mal probieren, aber wenn das dann auch so knickt? Bin etwas ratlos…
    Danke auf jeden Fall für Deinen Erfahrungsbericht 🙂
    Herzliche Grüße, Katrin

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