Urlaubszeit – schönste Zeit, dieses Jahr in Poreč, Istrien

Da bin ich wieder! Erholt und noch mit viel Gelassenheit, die ich im Urlaub angesammelt habe und die ich so mag. Runterfahren, den Gedanken nachhängen, Sonne tanken, stundenlang lesen, aber auch viele neue Eindrücke sammeln, das Zusammensein mit der Familie genießen und die eine oder andere Kleinigkeit häkeln. Ein Mix aus Entspannung und Erlebnis mit meinen Lieben ist für mich immer noch der schönste Urlaub. Wenn er dann noch in einer so wunderschönen Gegend wie Istrien stattfindet, fühlt man sich wie Gott in Frankreich und die Seele baumelt kopfüber an einer der vielen Pinienhaine an der Adria.

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Über An- und Abreise werden wir mal das Mäntelchen des Schweigens decken. Was erwartet man auch, wenn man am staureichsten Wochenende der ganzen Ferien los fährt, Putin Slowenien besucht und dadurch der Karawankentunnel – besser gesagt, die ganze Autobahn – gesperrt wird und die Grenzkontrollen einen erheblichen Rückstau verursachen. Trotzdem hat sich die Anreise gelohnt und glücklich kamen wir in unserer Ferienwohnung nach knapp 20 h Autofahrt an und badeten gleich im Mittelmeer. Ab da war es Urlaubsglück pur, die Sonne – in Deutschland so schmerzlich vermisst – schien nur für uns am blitzeblauen Himmel und der Alltag war vergessen. Immerhin bin ich so durch Italien gefahren und an Udine (da haben die wohl einen Buchstaben vergessen 🙂 vorbeigefahren. Beim nächsten Mal halte ich da an.
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Ganz besonders liebte ich als Frühaufsteherin in der Familie meinen sogenannten Brötchenwalk. Turnschuhe an, Rucksack auf und los zur nächsten Pekara. Dafür konnte ich am Strand vorbeiwalken und genoss es jedes Mal wieder mit Staunen. Die Morgenstimmung dort mit Blick auf Poreč war einfach zum Genießen. Spiegelglatte See, kleine Felsen, Fischerboote und die typischen Strandschirme boten mehr als ein Fotomotiv.

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Auch tagsüber war der Strand wunderschön anzusehen und so ein Kaffee in einer Strandbar ist wirklich nicht zu verachten. Hier haben wir den Entspannungsteil mehr als genossen, uns unter Pinien gelegt und in die Sonne geschaut. Die leichte Brise von der See ließ die Temperaturen in angenehmen Bereichen. Da griffen wir gern zu einem Buch oder zur Häkelnadel.

Die Stadt Poreč oder wie sie auch auf italienisch genannt wird Parenzo ist die drittgrößte Stadt Istriens und folgt damit dem Hauptzentrum Pula und Rovinj. Übrigens werden alle Orte und Straßennamen in Istrien in kroatisch und italienisch angegeben. Küstengebiete Istriens waren 400 Jahre lang unter venizianischer Herrschaft, was in den Städten unverkennbar ist und man sich ein bisschen wie in Italien fühlt.

Ein zeitlicher Sprung zum Londoner Vertrag vom 26. April 1915, wo Italien für einen Kriegseintritt Istrien versprochen wurde. Nun waren zu diesem Zeitpunkt schon die Mehrheit der Einwohner Istriens Italiener. Nach dem ersten Weltkrieg 1919 kam ganz Istrien zu Italien. Im Zuge der Neuaufteilung nach dem 2. Weltkrieg 1945 fiel Istrien wieder an das neu gegründete Jugoslawien. Auch wenn um die 300. 000 italienischen Istrianer nach 1945 durch das Tito-Regime vertrieben worden, sind die italienischen Einflüsse über die Jahrhunderte allgegenwärtig und das nicht nur bei Eis und Pizza.

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Ein Muss für Liebhaber sakraler Bauten ist der Besuch der Euphrasius-Basilika. Sie ist schon im 4. Jahrhundert entstanden und mit ihren Erweiterungen aus dem 6. Jahrhundert ohne große Veränderungen weitestgehend erhalten. Als Denkmal der frühbyzantinischer Kunst an der Adria ist die Euphrasius-Basilika seit 1997 im UNESCO-Welterbe aufgenommen. Der Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Die Mosaiken sind teilweise sehr gut erhalten, der Altarraum ist prachtvoll und nach einem Workout eine steile Treppe rauf auf den Glockenturm kann man auf die gesamte Halbinsel von Poreč blicken.

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Nach dieser Auffrischung des geschichtlichen Wissens tut ein istrischer Weißwein in einer Seitengasse gut. Überhaupt hat Poreč und ganz Istrien eine langjährige Kultur im Weinkeltern. Dazu kommt der Anbau von Olivenöl, dass so fruchtig und lecker ist, dass 2 große Flaschen + Mitbringsel den Weg nach Hause mitantreten durften.
IMG_0934IMG_0935IMG_0859Weinfeldern und Olivenhainen mit der charakteristischen rote Erde begleiteten uns bei jedem Ausflug durch Istrien. Der eine oder andere Granatapfelbaum zeigte auch schon seine Früchte. Dazu noch Gebäude und Mauern aus Sandstein, mediterraner geht es einfach nicht.

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Überall am Straßenrand kann man die Agrarprodukte an kleinen Ständen erwerben. Wein, Schnaps, Olivenöl, Honig, Chili, Knoblauch, Lavendel haben die Händler im Angebot. Alles kann man probieren, was immer ein besonderer Spaß ist.
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Zu guter Letzt möchte ich euch noch den Park Histria Aromatica vorstellen, der erst vor 2 Jahren von einem Naturkosmetikhersteller eröffnet wurde. Er befindet sich in der Nähe der Ortschaft Bale und ist 25 ha groß. Schon der Eingang mit seinem Zypressenweg ist sehr beeindruckend.
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Ein netter älter Mann stellte uns den Park vor. Gleich zu Beginn kommt man zu einem 130 alten Feigenbaum, der 5 m tief in einem Karsttrichter gewachsen ist und sich gen Sonne reckt. Auf Treppen kann man in die angenehm temperierte Höhle laufen und den Baum von unten bestaunen.

Ist man nur ein paar Meter weitergelaufen, befindet man sich auf einer Anhöhe und hat einen wirklich atemberaubenden Überblick über Rovinj bis zum Meer. Im Park findet man liebevoll angelegte Weinberge, Plantagen und Gärten. Hier werden über 300 Arten Aroma-, Gewürz- und Heilkräuter angebaut. Besonders beeindruckend fand ich die Rosmarinbüsche, die ein unglaubliches Aroma hatten. Ein Zweiglein musste mit und wurde am selben Abend zu Rosmarinkartoffeln verarbeitet. Im Restaurant haben wir nur etwas getrunken, es soll aber auch Spezialitäten aus der Region angeboten werden. Unsere Tischnachbarn hatten jedenfalls ein sehr gut aussehendes Mittag auf dem Teller.

So für heute will ich es gut sein lassen. Wenn ihr möchtet, stelle ich euch gern beim nächsten Mal auch Venedig vor, dass wir für einen Tag besucht haben. Ich hoffe, Ihr hattet auch einen schönen Urlaub oder habt sogar noch die schönste Zeit des Jahres noch vor euch.

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7 Gedanken zu “Urlaubszeit – schönste Zeit, dieses Jahr in Poreč, Istrien

  1. Ohhh, was für ein schöner Bericht, gespickt mit schönen Aufnahmen. Da bekomme ich doch gleich wieder Sehnsucht nach dem Meer. Das unter der südlichen Sonne würde mich auch mal wieder gefallen, wenn ich auch unsere Dänemark-Reisen jedes Jahres aufs Neue sehr genieße. Aber die Zypressen, das mehr oder weniger garantierte Draußen-sitzen-können… Hach, die Verlockungen sind riesig.
    Lass es langsam für dich angehen und genieße die Zeit mit deinen Lieben, ob in den Ferien oder wieder im Schul- und Berufs- und Schulalltag.
    Habt es fein miteinander, schönen Sonntag und sonnige Grüße sendet dir ♥ Anni

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    1. Ja, Meer geht immer, oder Anni? Ich mag auch den Norden. Dänemark fand ich auch richtig erholsam und schön. Aber abends ohne Jacke bis Mitternacht draußen sitzen zu können, ist für mich schon ganz schön viel Urlaubsgefühl. LG Undine

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      1. Das stimmt, liebe Undine. Im letzten Jahr hatten wir dieses Glück sogar hoch oben im Norden, da waren wir spätabends noch in der Nordsee baden. Tja, solche Sommer gibt es dort aber leider eher selten… Egal, ich zehre von den Erinnerungen. 🙂

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  2. Ach Undine, ich komme nicht mehr aus dem Schwärmen heraus, nachdem ich Deine wundervollen Bilder angeschaut und die vielen interessanten Informationen über Istrien gelesen habe. Wir sind ja auch absolute Mittelmeerfans, doch zieht es uns meistens eher nach Westen denn nach Osten. Istrien kenne ich überhaupt nicht und dein Post heute macht mir klar, dass ich das ändern muss. Und dann das viele Blau auf den Bildern … nein, ich komme wirklich nicht mehr aus dem Schwärmen heraus.
    Liebe Grüsse,
    Claudine

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    1. Danke, liebe Claudine. Es war wirklich sehr schön, nicht nur, weil das Wetter so toll war. Die Menschen sind gastfreundlich und du fühlst dich wohl als Tourist. Kroaten haben so einen gesunden Mix aus nordischen Tugenden und südlicher Gelassenheit. Und wenn es mal in der Stadt oder am Strand voll ist, im Hinterland ist es sehr friedlich und fast menschenleer. Man kann alles haben, was man möchte. Kann gar nicht genug schwärmen. LG Undine

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