Ein Schrank wird weiss, die Vorher-Nachher-Show!

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Kennt ihr das? Ihr rennt ewig durch euer Wohnzimmer, fühlt euch darin wohl und knallt euch abends gemütlich auf die Couch. Ab und zu flackert es in dir auf: “Na, ja so ganz taufrisch ist das Mobiliar auch nicht mehr!” und „Müsste wohl mal was gemacht werden!“ Dann ist es Sommer, ihr seid eh nur draußen oder benutzt euer Wohnzimmer nur als Durchgang von Küche zu Terrasse, um Gegrilltes oder gekühlte Getränke hin und her zu tragen. So vergehen Monate und Jahre. Oft habt ihr tausend andere Sachen im Kopf oder keine Lust und entschuldigt euch mit „Die Kinder sind eh klein, lohnt nicht“ oder „Geht doch noch!“ Irgendwann aber bleibt ihr vor dem Möbelstück stehen und denkt „NUN REICHT ES“! Hier muss Veränderung her. Gerade im Herbst, wo man es sich wieder drin gemütlich macht, fällt der Blick auf Unzulängliches und die Toleranzgrenze ist erreicht. Oft wird man dann noch angestubst von all diesen schönen Blogs und Pinterest-Bildern im creme-weißen Vintage-Ambiente. In meinem Fall war das Kanoschls Tischprojekt und dann stand der Entschluss fest: „Jawohl, ich lege jetzt los!“
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So ähnlich begann mein Projekt „Ein Schrank wird weiß“. Dann, als strukturierte Projektabwicklerin 🙂 ging es an die Auswahl der Arbeitsmaterialien. In diesem Fall war die Farbe das entscheidene Mittel. Es sollte Kreidefarbe sein, ich wollte so einen matten, kreidigen Look, der aber auch haltbar ist. Gar nicht so einfach, wenn man sich als Neuling im Aufarbeiten von Möbeln betätigt. Wie gut, dass man da doch liebe Bloggerkollegen hat, die sich mit diesem Medium schon ausführlich beschäftigt haben und so manches gute Möbelstück schon damit verschönert hat. Dann noch ein paar Testberichte und Bewertungen gelesen und der Entschluss stand fest: Kreidefarbe von Lignocolor.

So, die Farbe war im Haus. Jetzt ging es frisch ans Werk und flugs den Schrank ausgeräumt. Meine Güte, ich hatte ja keine Ahnung, was so ein Highboard für ein Fassungsvermögen hat. Mehrere Wäschekörbe und Tabletts mit Gläsern, Geschirr, Tischdecken, Kerzen und Kerzenhaltern kamen aus dem Inneren des Schrankes. Das ganze Wohnzimmer war voll gerümpelt. Hier muss aber ordentlich aufgeräumt werden. War gerade in perfekter „ich befreie mich von Überflüssigem“-Laune. Das braucht man für so ein Projekt ganz dringend.

Dann war Zeit fürs Schleifen. Mit mehreren Schwingschleifern rückten wir dem alten Lack zu Leibe. Ich danke meinem Liebsten übrigens sehr dafür, dass er mich dabei nicht allein gelassen hat. Das war wirklich ein hartes Stück Arbeit. Allein wäre ich da ein bisschen verloren gewesen. So hat es aber sehr viel Spaß gemacht, in der milden Herbstsonne zusammen zu werkeln. Weil der Schrank so schwer war, wurde er übrigens auf dem alten Skateboards unseres Sohnes auf dem Rasen hin und her transportiert. Ging super! Mein Liebster denkt übrigens immer, ich bin Superwoman und kann mal eben so ein Schwergewicht an Schrank über den Rasen tragen. In diesem Fall überschätzt er allerdings meine Fähigkeiten. Das mit den Skateboard war eine geniale Lösung.
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Abgeschliffen und wieder reingerollert begann jetzt mein Part. Ich hatte mir die beiden Farben weiss und lichtgrau bestellt. Da war ich wirklich unsicher, was mir gefällt. Wenn ich nicht so ein ungeduldiger Typ wäre, hätte ich vorher eine Farbkarte bestellt und danach ausgewählt. Ist also auf jeden Fall eine Option für etwas bedächtigere Gemüter. Nun hatte ich die beiden Farben da und schaute mir das erst einmal an. Auf keinen Fall wollte ich so steriles Krankenhaus-weiß. Ich hatte da mal schlechte Erfahrungen mit meinem Regal aus Porenbeton gemacht. Aber zu grau wollte ich es auch nicht. Zwei Probestriche auf einem der Einlegeböden beruhigten mich aber schnell. Beide Farben sahen sehr schön aus, so in Richtung altweiß und ein wirklich lichtes Grau. Meine Kollegin würde sagen, lebensbejahendes Grau.

Ich war unsicher, ob eine Dose ausreichen würde. Es steht zwar in der Gebrauchsanleitung, dass ein Liter für 8-10 m2 reicht, aber so ein Schrank hat ja auch eine Menge Flächen. So kippte ich kurzerhand beide Farben in einen Behälter. Ein weißes Lichtgrau, sehr schön! Mir hätten beide Farbtöne allein auch sehr gut gefallen, aber so war auf jeden Fall genug da und es war nur eine Nuance, in der sie sich unterschieden. Die Farbe hat eine sehr angenehme, cremige Konsistenz und lässt sich richtig gut verarbeiten. Ich habe die Ecken mit dem Pinsel gestrichen und die Flächen mit der Rolle aufgetragen. Um die vielen kleinen Bretter am Rand gut streichen zu können, stellte ich sie auf Sektkorken. Damit klebte nichts an der Zeitung fest. Das war praktisch und sogar die großen Einlegebretter ließen sich so zügig streichen und hielten sich sehr gut auf den Korken.

Schon nach dem ersten Farbauftrag war ich begeistert. Die Farbe deckt gut und auf dem geschliffenem Kiefernholz kam meine Mischung richtig gut zur Geltung. Abkleben der Scheiben nicht vergessen!

Da ich einen richtig gedeckten pudrig weißen Look haben wollte, gab es noch einen nächsten Farbanstrich hinterher. Jetzt gefiel mir mein Schrank schon richtig gut. Dieses matte Weiß war genau das, was ich wollte.

Ich war hochmotiviert, nach dem Trocknen gleich auch die Versiegelung aufzutragen. Ein wenig Bammel hatte ich schon, dass das bisherige Ergebnis verändert wird. War aber völlig unbegründet. Auch die Versiegelung, ein Wasserlack, hatte ein mattes Erscheinungsbild. Das Finish ließ sich genauso gut wie die Farbe verarbeiten. Hier habe ich alles mit dem Pinsel aufgetragen. Aber Vorsicht, schön dünn auftragen, sonst gibt es so gummiartige Nasen. Wenn man nicht mehr genau wusste, wo man gestrichen hatte, reichte ein Blick gegen das Licht und die vergessenen Stellen waren ganz leicht zu sehen. Da konnte dann nichts mehr schief gehen. In der Haptik waren die Flächen nach der Versieglung glatter und nicht mehr so kreidig. Das macht das Staubwischen ganz bestimmt leichter. Auf jeden Fall empfehle ich die Versiegelung mitzumachen. Während des Streichens habe ich hier und da doch mal eine Farbnase abgeschliffen und da kam das Holz schnell zum Vorschein. Liegt ja auch in der Natur der Kreidefarbe, die oft extra wieder an bestimmten Stellen abgeschliffen wird, um den Shabby Chic zu verstärken. Der Liebste meinte aber zum Kanten abschliefen, die Abnutzungserscheinungen kommen ganz von allein. So ganz unrecht hat er nicht, ich denke da an meine Einschläge mit dem Staubsauger u.ä.
img_2307Füße vom Schrank noch vergessen, das wurde umgehend nachgeholt. Foto musste aber schon sein. Dann kam der schönste Teil des Projektes, das Einräumen. Nach eingehender Betrachtung, was wirklich noch gut ist und auch benutzt wird, durfte ein Teil wieder zurück in den frisch getrockneten Schrank. Deko hier, Deko da, Deko wieder abgeräumt, Gardinen weg, weil sie stören, kam mein neuer Vintage-Schrank so richtig zur Geltung. Die Herbstkränze haben auch ihren Platz gefunden. Ich erfreue mich schon seit über einer Woche an dem Ergebnis und jedes Mal, wenn ich an dem Schrank vorbeigehe, beglückwünsche ich mich zu dem Entschluss, endlich den Schrank weiß gestrichen zu haben. Er wirkt viel leichter und nimmt sich vor der hellen Wand zurück.

Und jetzt noch einmal in perfekt:
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Auch wenn das ein ganz schön aufwendiges Projekt war, hat es sich für mich gelohnt. Gut, dass ich gleich mit dem größten Teil im Haus angefangen habe, die nächsten Projekte dieser Art werden ein Kinderspiel und ich freue mich sehr auf weitere Streicheinheiten.

 

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14 Gedanken zu “Ein Schrank wird weiss, die Vorher-Nachher-Show!

  1. SUPER! Mir geht es ganz ähnlich… Kaum sitze ich im Winter im Wohnzimmer, denke ich, hier und da könnte und würde und sollte man mal… Über das Nachdenken wird es Frühling, wird es Sommer, ich bin draußen. Okay, dort denke ich, man könnte mal hier und da und sollte und würde, aber das kann ich ja dann machen, wenn es wieder kälter ist, jetzt ist es erst mal schön. So wird es Herbst und ich denke, jetzt wäre doch die Zeit für dieses und für jenes… Aber wäre es nicht gut, das im Freien zu machen, also im nächsten Frühjahr… Ja, da wird oder kann oder soll es dann getan werden… So schließt sich Jahr für Jahr der Kreis oder eben auch nicht… 😉

    Schön, dass du das Schrankprojekt umgesetzt hast. Dieses „könnte-man-mal“ kann abgehakt werden und das Ergebnis ist große Klasse! Weiter so? Was immer dich umtreibt, hab viel Energie dafür und hab Freude an allem…

    Herzensgrüße ♥ Anni

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  2. Ich räume in solch einer Stimmung immer um – diesen Sommer war es mein Schlafzimmer. 😉
    Toll ist dein Schrank geworden! Die Aktion hat sich eindeutig gelohnt. Statt Skateboard empfehle ich Dir einen Möbelroller. Gibt es günstig im Baumarkt und ist, neben dem Akkuschrauber, mein Liebling in der Sammlung meiner kleinen Helferlein. 😀
    Viele Grüße, Karin

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  3. Liebe Superwoman, ich habe sehr gelacht und mitgefiebert bei deinem Bericht voller Schreibfreude.
    Wie sehr hab ich mich wiedergefunden in deinen Zeilen! Irgentwann erträgt man dann den Anblick nicht mehr und gibt auf!
    Wer es nie selbst gemacht hat, kann sich vermutlich nichtmal annähernd vorstellen wieviel Arbeit Möbel abschleifen macht. Umsomehr freut mich dein tolles Ergebniss! Der Schrank ist wunderschön geworden, deine Sorfalt wurde belohnt!
    Ich persönlich finde es ziemlich scheußlich, Möbel mehr schlecht als recht, anzuschleifen, Farbe drauf zu kleistern, und es dann als Shabbychic zu verkaufen…

    Ich werde die von dir empfohlenen Prdukte gleich mal in Augenschein nehmen. Es ist wie du sagst, der Herbst verändert den Blickwinkel, ich glaube ich muss dringend renovieren!!!!

    Ich wünsche dir kuschelige Herbsttage im schönen neuen Wohnzimmer! Tutti

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  4. Hallo Undiversell, was für ein tolles Projekt. Das Ergebnis kann sich wirklich sehen lassen. Du hast mich auf jeden Fall inspiriert und ich bin heute mit offenen Augen durch unser Haus gegangen. Mal schauen wohin das führen wird 😉 Liebe Grüße

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