Fasten, Fisch und Fenchel

Die Fastenzeit hat letzten Mittwoch begonnen. Adventsnaschereien, Weihnachtsvöllerei  und zu guter Letzt die Faschingsberliner haben ihre Spuren hinterlassen. Deftiges Essen, Schokolade in nicht gerade homöopathischen Mengen und abends noch die fette Salamistulle helfen mir zwar gegen winterliche Kälte und Dunkelheit, machen aber auch ein bisschen träge und die Jeans zwickt dann auch schon mal hier und da. Jetzt wo die Sonne etwas höher steht, der Vitamin-D Spiegel und damit auch die Stimmung wieder etwas höher steigen, hat man wieder mehr Schwung. Es ist wieder einmal an der Zeit, die Ernährungsgewohnheiten zu überdenken. Die Fastenzeit ist da doch ein guter Startschuß. Hier geht es mir gar nicht um den dogmatischen Verzicht von bestimmten Lebensmitteln oder um „3 kg in 5 Tagen!“, sondern darum, sich die nächsten 40 Tage besonders bewusst und gesund zu ernähren. Bewusst heißt für mich in dem Fall, weniger Fleisch, weniger Zucker und weniger Weißmehl.

img_5742Natürlich kannst du auch ganz viele andere Sachen fasten. Plastikfasten, Klimafasten, CO2 Fasten, auch Klamottenfasten ist möglich. Maria vom Blog „Widerstand ist zweckmässig“, hat da eine interessante Linksammlung zusammen gestellt. Schau doch mal rein, vielleicht ist auch für dich etwas dabei. Noch ist es nicht zu spät mitzumachen. Jeder Tag zählt. Interessant finde ich Plastik- oder Klamottenfasten. Klamottenfasten schaffe ich locker 40 Tage. Ein Glück gibt es kein Woll- oder Stofffasten :-). Plastik versuche ich immer zu vermeiden, ist aber beim Einkauf im Supermarkt bei der vielen Verpackung schwierig. Plastetüten nehme ich nie. Habe immer meine Büddel dabei. CO2-Fasten ist für mich schwierig bis unmöglich, da mein Arbeitsweg aus Kosten- und Zeitgründen nur mit dem Auto zu realisieren ist. Immerhin sitze ich nicht allein im Auto, was ja auch schon spart. Ich konzentriere ich mich auf die gesunde Ernährung, wo ich meiner Meinung nach den größten Einfluß haben kann. Dieses Wochenende war der Startschuss dafür. Statt Fleisch gab es Fisch und einen leckeren Kartoffel-Fenchel-Auflauf mit getrockneten Aprikosen.

Das Auflaufrezept ist neulich bei mir durch Zufall entstanden. Die „Resteverwertung“ hat mir so gut geschmeckt, dass ich den Auflauf dieses Wochenende gleich noch einmal gekocht und fotografiert habe.

Zutaten für 2 kleine Auflaufformen:
600 g Drillinge (kleine Kartoffeln)
1 Knolle Fenchel
3 Möhren
halbe Packung getrocknete Aprikosen
halben Becher Schmand
300 ml Gemüsebrühe
Pfeffer, Salz, Muskat

Die Drillinge, ich liebe diese Kartoffeln, heißen so, weil sie bei der Drillmaschine durchfallen. Es sind die ganz kleinen Kartoffeln, die ich für Aufläufe sehr gern verwende. Du brauchst die Schale nicht abschälen, nur abbürsten und halbieren. Schon hast du deine erste Schicht in der Auflaufform. Vergiss bitte nicht, noch ein bisschen Öl vorher in der Form zu verteilen, damit die Tüften nicht anbacken, wie der Norddeutsche so schön sagt! Fenchel und Möhren waschen, kleinschneiden und oben drauf. Jetzt sind die getrockneten Aprikosen an der Reihe. Falls du denkst, die sehen aber ein bisschen unansehnlich aus und gar nicht so orange, wie du sie kennst, kann ich dir versichern: Die sind top! Das sind ungeschwefelte und auch einfach so gegessen ein Hochgenuss. Bioabteilung bei Rossmann sag ich nur. Für die Farbe sind dieses Mal die Möhren zuständig. Siehst du?

Für die Soße mische ich einfach den halben Becher Schmand mit einem 1/4 Liter Wasser und gebe einen ordentlichen Esslöffel von meiner selbstgemachten Gemüsebrühe dazu. Rezept findest du hier. Salzig ist das dann schon genug, noch ein bisschen Pfeffer und Muskat und über das Gemüse geben. Ach, sieht das gut aus. Du kannst natürlich auch handelsübliche  oder selbstgekochte Gemüsebrühe verwenden.
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Ab in den Backofen für ca. 45 Minuten bei mittlerer Hitze. Wenn das Gemüse den Piektest bestanden hat, ist es fertig. Ruhig ein bisschen mit Biss.

Dazu gab es Fischfilet. Kabeljau oder Rotbarsch eignen sich hervorragend dafür.

Zutaten:
pro Person 1- 2 Fischfilet
Zitrone
Kräutersalz, (z.B. Rosmarin-Zitrone)
Zitronenpfeffer
rote Pfefferbeeren (leicht gemörsert)
Dill
Olivenöl
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Den Fisch mit den Gewürzen in Butterprotpapier wickeln und zutackern. Du kannst es auch gerne mit Band zubinden. Ich finde es mit dem Tacker sehr praktisch und schnell erledigt. Hier ein Blick in die Päckchen vor dem Einwickeln.
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Jetzt gut verpackt und ca. 15-20 Minuten vor Ende der Garzeit des Auflaufs mit in den Backofen packen. Falls der Platz eng wird, einfach ein Stück Butterbrotpapier auf den Auflauf packen und die Päckchen oben drauf packen. Der Auflauf verbrennt nicht und die Fischpäckchen sind trotzdem schnell durch. Gerade durch die Verwendung von Butterbrotpapier wird die Wärme des Ofens gut genutzt. Alufolie schirmt da zu viel Hitze ab und es dauert unnötig länger.
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Wem das kleine Fischplakat im Hintergrund aufgefallen ist, verrate ich gern, wo ich das her habe. Das habe ich von Andrea’s wunderbaren Blog Zucker im Salz. Ihr erfrischender Schreibstil reißt dich aus jedem Tief. Feine Rezepte, stylische Freebies und alles so toll in Szene gesetzt, machen so viel Spaß beim Lesen. Schau dich unbedingt mal bei ihr um, da gibt es immer etwas zu entdecken. Das tolle Plakat findest du übrigens genau hier. Du kannst es dir sogar in A3 runterladen. Hier noch einmal in voller Pracht:
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So, aber jetzt ran an Fisch und Fenchel-Kartoffelauflauf. Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Noch schnell den Auflauf mit dem Fenchelgrün bestreuen und genießen!
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So etwas Feines! Da ich den Auflauf in kürzester Zeit schon mehrere Male gegessen habe, weiß ich, dass ich davon nicht genug bekommen kann. Definitiv eines meiner Lieblingsaufläufe für die Frühlingszeit.

Was eßt ihr jetzt gern? Habt Ihr euch etwas für die Fastenzeit vorgenommen? Schreibt mir gern. Ihr wißt ja, ich bin neugierig.

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4 Gedanken zu “Fasten, Fisch und Fenchel

  1. Hallo Undine!

    Auf gesunde Ernährung achte ich nun in der Fastenzeit auch verstärkt. In dem Zusammenhang wollte ich noch sagen, dass Du damit auch etwas zur Reduktion von CO² machst, nicht nur mit dem Verzicht vom Auto!

    Durch die Art unserer Ernährung haben wir sogar recht viel Einfluss darauf wie viel Treibhausgase entstehen. Darüber habe ich am WE einen Beitrag geschrieben, den ich demnächst auch veröffentlichen werde. Weiß aber noch nicht genau wann.

    Danke fürs Verlinken zu meinem Fastenbeitrag!

    lg
    Maria

    Gefällt 1 Person

  2. Das sieht sehr lecker aus! Das Rezept habe ich mir vorgemerkt und probiere es bestimmt mal aus. Den Begriff Drillinge hatte ich im Laden schon öfter gelesen, aber woher er kommt wusste ich nicht. Bei uns hießen diese Kartoffeln immer Kullerkartoffeln 🙂

    Vielen Dank für die leckere Idee!

    Gefällt 1 Person

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