Das herbstliche Prag

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Wir nutzten die diesjährigen Herbstferien und verbrachten ein paar Tage in Prag. Wir beschlossen das gleich nach dem Sommerurlaub. Kennt ihre diese Sehnsucht, dass man zwar gern wieder nach dem Urlaub nach Hause kommt, aber ein Ziel für den nächsten braucht? Wir machen gern Pläne und auch wenn es oft in weiter Ferne scheint, vergeht die Zeit doch blitzschnell und zack saßen wir im Auto nach Prag. Wir wohnten bei Iveta, einer flotten Pragerin, die ihre super moderne Wohnung bei airbnb vermietete. Von da aus konnten wir mit Straba und Metro unkompliziert die ganze Stadt erkunden.
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1. Die Karlsbrücke am Morgen

Das Teenager-Mädchen hatte die Idee, dass wir uns den Sonnenaufgang auf der Karlsbrücke anschauen. Im Herbst sind das moderate Zeiten und ich war gleich begeistert von der Idee. Gesagt, getan. Im Morgengrauen zur Metro getappert und zur Karlsbrücke gefahren. Die einzelnen Metrostationen hatten unterschiedliche Farben. Unsere sah schön pink aus, passend zum Namen. Das mochte ich. War so ein bisschen 1970er Jahre Style.
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Die Karlsbrücke empfing uns mit kühlen Temperaturen, aber fantastischem Licht. Nur wenige Touristen hatten die gleiche Idee und so konnten wir in morgendlicher Ruhe diese Attraktion auf uns wirken lassen.
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Übrigens haben asiatische Liebespaare Prag für sich entdeckt. Ganz viele fahren in die tschechische Hauptstadt anstatt nach Paris und lassen sich auf der Karlsbrücke ablichten, Schlösser an die Brücke ketten inklusive.
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Direkt an der Moldau spiegelte sich die milchige Prager Herbstsonne und die Schwäne schauten uns geduldig zu wie wir mit Kamera und Handy diesen schönen Moment einfingen.

2. Das Prager Eiffeltürmchen und der Hradschin

Wußtest du schon, dass Prag auch einen Eiffelturm hat? Wenn du mit der Standseilbahn aus dem Jahr 1891 auf den Petrin fährst, sind es nur ein paar Schritte bis dahin. Der 63,5 Meter hohe Turm wurde anlässlich der Industrieausstellung am 20. August 1891 als verkleinerter Nachbau des Pariser Eiffelturms eröffnet. Wenn du die 299 Stufen hinauf geklettert bist, hast du einem grandiosen Ausblick über die ganze Stadt.

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Der Hradschin ist der Regierungssitz der tschechischen Regierung. Kaum ein Tourist lässt sich diese Sehenswürdigkeit entgehen. Heerscharen von Menschen aus aller Welt, gern auch Asiaten mit I-Pads, versuchen diesen eindrucksvollen Bau auf’s Bild zu bekommen. Der Hradschin ist mit 7,28 ha das größte zusammenhängende Burgareal der Welt. Schon seit über 1000 Jahren residieren hier böhmische Fürsten und Könige, wußte unser Reiseführer zu berichten. Der war von Marco Polo* und hat uns übrigens gute Dienste geleistet. Gerade die Erlebnistouren, bei dem man die Stadt zu Fuß entdecken konnte, waren sehr hilfreich. Hier ein Bild vom Weg vom Eiffeltürmchen zum Hradschin.
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Im Starbucks am Hradschin konnte man auf einer Weltkarte eindrucksvoll sehen, woher die Touristen kommen. Europa, Nordamerika, China und Japan waren dicht benadelt. Hier hatte wohl schon so mancher Weltenbummler einen Pumpkin Spice Latte genossen. Der schmeckte uns zwischendurch genauso gut wie ein Hot Ginger, der uns wieder aufmöbelte, wenn wir pflastermüde und etwas durchgefroren in ein Prager Café einkehrten.

3. Die astronomische Uhr und die Prager Altstadt

Als echter Prager Tourist muss man sich zu einer vollen Stunde vor die Astronomische Uhr stellen und dem Glockenklang lauschen. Mittags um 12:00 sind besonders viele Menschen dort versammelt und ich gebe zu, dass es trotz des etwas unspektakulären Gebimmels eine besondere Stimmung war. So viele verschiedene Nationen lauschten  der Prager Rathausuhr aus dem Jahr 1410, die weltweit bekannt ist und sich an der Südmauer des Altstädter Rathauses befindet. Sie gilt als Kulturdenkmal und ist eine technische Besonderheit aus der Zeit der Gotik.
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Wenn man danach ausschwärmt und durch die Altstadt streift, findet man so viele historische Gebäude und Fassaden, dass man meint sich in einem einzigartigen großen Museum zu befinden. Prag wurde durch den 2. Weltkrieg weitestgehend verschont, daher ist hier so viel Pracht erhalten geblieben. Trotz teilweise brennender Füße mochten wir Straße um Straße erobern um all die verwinkelten Gassen zu entdecken. Prag lässt sich zu Fuß am besten entdecken. Zu viel würde einem entgehen, wenn man mit dem Auto unterwegs wäre.

4. Das Museum der Alchimisten

Prag_028Wer ein bisschen Harry Potter Flair auf Tschechisch haben möchte, besucht im ältesten Haus der Stadt aus dem 16. Jahrhundert das Speculum Alchemiae. Kaiser Rudolf, der II unterstützte seinerzeit als großer Verehrer die Alchimisten und ließ das Labor bauen. Er konnte die besten Alchemisten Europas überreden an seinem Hof zu dienen, darunter Edward Kelley, John Dee, Tycho de Brahe und Rabbi Löw. Die Geheimgänge verbanden die Laboratorien mit der Prager Burg, dem alten Rathaus und den Kasernen, so dass Rudolf II., sowie die Alchemisten selbst, unbemerkt zwischen diesen Orten herumwandern konnten. Interessant, dass die Laboratorien, die sich im Keller befinden, erst 2002 wiederentdeckt wurden.

Die nach Originalrezepten gebrauten Elexiere der Alchimisten kann man übrigens im Museum erwerben. So soll der Liebestrank aus 77 Kräutern bestehen. Auch ein Trank für ewige Jugend gab es. Na, ob das hilft? Sympathisch die englischsprachige Führung, ohne die man das Museum gar nicht betreten darf. Besonders beeindruckend war der Schrank, deren eine Teil eine Schiebetür war und in die Kellerräume führte. Wie bei Harry Potter in den „Raum der Wünsche“. Die Kids waren begeistert, wir nicht weniger.

5. Prag – die Stadt der Bücher

Es gibt wohl kaum eine europäische Stadt, die so viel Antiquariate und Buchläden hat, wie Prag. Und wirklich, an jeder Ecke war ein solches zu entdecken.
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Wer so ein richtiger Bücherwurm ist, darf sich die Nationalbibliothek in Prag nicht entgehen lassen. Wirklich prachtvoll. Man darf in die Räume zwar nur reinschauen, dafür hat man die perfekte Fotoansicht im Kasten, da einem niemand vor die Linse läuft. Tja, wie meistens im Leben, haben die Dinge immer 2 Seiten. Hier die faszinierende:
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Prächtig gestaltete Bildbände waren im Vorraum ausgestellt und konnten unter Glas bewundert werden. Ein Museumsangestellter verteilte Informationen in allen Sprachen. Wieder mal ein Beweis, das Prag ein internationale Stadt ist.

6. Hippie Flair in Prag – die John Lennon Mauer

Nachdem John Lennon 1980 erschossen worden war, malte jemand Lennons Porträt auf diese Mauer in der Prager Innenstadt und Zeilen aus seinem Song „Give peace a change“. Das galt zu damaliger Zeit als Rebellion gegen den Staat. Immer mehr Zitate und Graffitis wurden an dieser Mauer Ausdruck für Freiheit und Selbstbestimmung. Das änderte sich auch nicht als die Mauer überstrichen wurde. Immer wieder wurden neue Wünsche und Kritzeleien an dieser Wand verewigt. Auch wenn das ursprüngliche Porträt unter unzähligen Schichten von Farbe verborgen ist, so findet man heute immer wieder John-Lennon-Porträts und Zitate aus den Beatles-Songs. Viele junge Leute besuchen die Mauer und es machte uns genauso wie ihnen Spaß ein Selfie mit dem Kopf der Beatles zu knipsen. Tolle Stimmung und ein lohnenswertes Ziel für Pragtouristen.
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7. Das Beste zum Schluß

Was wäre ein Bericht über Prag ohne die Köstlichkeiten, die es dort gibt. Die berühmten böhmischen Knödel haben es leider nicht aufs Foto geschafft. Zu groß war der Hunger nach stundenlanger Entdeckung der Stadt. Berühmt ist aber auch das leckere Hefegebäck Trdelnik, dass auf Rollen auf Holzkohlegrills gebacken wird. Mit Eis oder Schokocreme gefüllt eine Köstlichkeit sondergleichen und ehrlich, der Pragbesuch wäre nicht vollständig gewesen ohne Probieren von Trdelniks. Die fertigen Gebäckrollen wurden in einer Masse von Zucker und Mandeln gewendet und kamen dann noch einmal auf den Grill. Wißt ihr wie köstlich das geduftet hat? Ihr müsst es probieren, wenn ihr in Prag seid!

Und was fehlt jetzt noch? Na? Richtig! Ein frisch gezapftes tschechisches Bier. Das darf hier nie fehlen. Setzt dich doch gern in ein Restaurant, kuschel dich ins Schaffell mit der Decke und trinke ein zünftiges Pilsener Urquell, gern auch in dunkel. Das ist wahre Lebenskunst.

Sicherlich gibt es noch viel mehr in Prag zu entdecken. Wir finden, dass das nicht der letzte Besuch in der tschechischen Hauptstadt gewesen sein kann, einer modernen Stadt mit historischen Wurzeln, die Internationalität und Weltgewandtheit ausstrahlt. Wir haben uns sehr wohl gefühlt und kommen gern mal wieder.

Damit schaue ich vorbei bei der Urlaubslinkparty vom Nähfrosch und bei Soulsister meets friends #Sonntagsglück.

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15 Gedanken zu “Das herbstliche Prag

  1. Ach ja, Haltestelle Flora – dort stand ich auch schon mit einer Schulklasse.
    Einmal das jüdische Viertel, das Mucha Museum, ins Black Light Theatre, … ohne eine Schulklasse zu begleiten. Ohne eine Hammelherde oder einen Flohzirkus im Hintergrund an der Moldau sitzen, ja das wäre es und steht auf meiner großen Wunschliste.
    Wie lange ich nicht mehr in Prag gewesen bin sehe ich bei der Erwähnung der großen Kaffee-Kette. Die gab es noch nicht bei meinem letzten Besuch.
    Schöner Bericht,
    mit Grüßen,
    Karin

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    1. Prag ist wirklich romantisch, liebeliebe Karin! Das kann man mit einer Schulklasse im Gepäck natürlich nicht empfinden. 😉 Übrigens war mein Mann auch mit Schulklasse da und war so begeistert von der Stadt, dass er gesagt hat, dass wir dahin müssen. Also auf, auf und Reise planen. LG Undine

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  2. Sehr schöne Fotos, bin hier zufällig vorbei gestolpert und mag Prag sehr. Interessant, als ich das letzte Mal da war, schon eine Weile her, fotografierten die Menschen massenhaft den Balkon der deutschen Botschaft. Das war vor ca. 20 Jahren.

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