Heiligendamm – das erste deutsche Seebad

Ein sonniger Sonntag, also kein Mittagsschlaf auf der Couch, sondern raus und den Vitamin D Haushalt auf Vordermann bringen. Wichtig, gerade in der Winterzeit, wo man die ganze Woche im Dunkeln losfährt und im Dunkeln nach Hause kommt. Wenn ich gut bin, schaffe ich es in der Mittagspause mal raus. Wenn nicht, sehe ich freitags schon ganz schön durchsichtig aus. Heute gab es also kein Halten und wir brauchten mal wieder Meer. Wir sind in das älteste deutsche Seebad – Heiligendamm – gefahren.Ostsee-Heiligendamm-Winter27Heiligendamm hat einen feinen Sandstrand und ist ziemlich geschichtsträchtig. So badetete im Jahr 1793 Herzog Friedrich Franz I. von Mecklenburg-Schwerin auf Empfehlung seines Leibarztes Prof. Dr. Samuel Gottlieb Vogel am „Heiligen Damm“. Das war die Geburtststunde des ersten deutschen Seebades.

Der Leibarzt hatte erkannt, dass das Seewasser gegen eine Vielzahl von Erkrankungen hilft. Die saubere und feuchte Meeresluft und die vielen Buchenwälder sorgen für ein angenehmes Reizklima, dass gerade für die Atemwege sehr heilsam ist. Für den Standort sprach auch das Fehlen von Ebbe und Flut. So konnten die prächtigen klassizistischen Bauten direkt ans Meer gebaut werden.  In den folgenden Jahren nach der Gründung erfreute sich das Seebad wachsender Popularität und es wurde viel gebaut.

Zwischen 1793 und 1870 schufen die Baumeister Johann Christoph Heinrich von Seydwitz, Carl Theodor Severin und Gustav Adolph Demmler ein einzigartiges klassizistisches Gesamtkunstwerk, dessen Glanz noch heute in dem Seebad zu sehen ist. Aufgrund der weithin sichtbaren weißen Häuserreihe am Strand wird Heiligendamm auch die „Weiße Stadt am Meer“ genannt. Durch den G8-Gipfel in Heiligendamm im Juni 2007 erlangte der Ort internationale Bekanntheit.
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Die renovierten Bauten sehen einfach wunderschön aus. Das Grandhotel Heiligendammn ist das erste Haus am Platz und verwöhnt seine Gäste luxeriös mit Sauna, Spa und gutem Essen.

Strahlend blauer Himmel und die weißen Fassaden blendeten in der milchigen Wintersonne. So viele schöne Details waren zu entdecken. Fenster, Fassadenstuck und Balkone wurden wirklich liebevoll zu neuer Blüte gebracht.

Leider sind noch nicht alle Gebäude restauriert. Aber der Charme der vergangenen Zeit ist unverkennbar. Die klassizistischen Fassaden sind trotz grauer Farbe immer noch wunderschön.
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Was natürlich immer eine Augenweide ist, ist das Meer. Auch wenn es heute bitterkalt war, tat die Sonne und das leise Meeresrauschen so gut. Die klare Luft spürte man bis in die letzte Bronchie. Einfach herrlich sich so durchpusten zu lassen und den Möwen beim Schaukeln auf dem Wasser zuzuschauen.
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Ich bin ja immer wieder Fan von den Buhnen, auch als Wellenbrecher bekannt. Dieses verwitterte Holz in samtlichen Braun- und Grautönen hat eine tolle Maserung und gehört für mich zur Ostsee wie Möwen und Seetang.

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In Heiligendamm kann man sehr gut am Strand spazieren gehen. Der flache Sandstrand geht in Richtung Kühlungsborn in Steilküste über. Gern wären wir noch weiter gelaufen, aber es zwiebelte doch schon nach einer halben Stunde mächtig im Gesicht.

Das Schild fand ich bemerkenswert. Ein Nichtraucherstrand will wohl den ewigen Kippen im Sand Einhalt gebieten. Ob das klappt?
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Es war wieder so schön am Meer. Hoffe, dass ich es dieses Jahr öfter an die Küste schaffe. Wenn man erst einmal da ist, bereut man es nie. Einfach aufraffen!

Was habt ihr an diesem sonnigen Sonntag gemacht? Wart ihr auch draußen? Schreibt mir gern, freue mich auf eure Kommentare und schaue gleich noch bei Katrins #Sonntagsglück vorbei.

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7 Gedanken zu “Heiligendamm – das erste deutsche Seebad

  1. Was für schöne Fotos, liebe Undine! Du erinnerst Dich bestimmt, dass wir im letzten Sommer mit „Molli“ von Kühlungsborn nach Heiligendamm gefahren sind. Die Seebad-Atmosphäre ist etwas ganz Besonderes, und klassizistischen Gebäude sind wirklich eine Augenweide. Dein Beitrag war ein wunderbarer „Throw-Back“. 😊👍🏼

    Wir haben heute bei Sonnenschein einen Spaziergang durch unseren Stadtpark gemacht, aber mit einem Besuch am Meer ist das natürlich überhaupt nicht zu vergleichen.

    Langsam wächst bei uns die Sehnsucht nach Mee(h)r, und um die Zeit bis zum Beginn der Segelsaison zu überbrücken, werden wir im Februar erstmal die Küsten Andalusiens unsicher machen. Ich freu mich schon so! 😊☀️

    Liebe Abendgrüße an Euch zwei,
    Martina & Thue 💝

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  2. Hallo, toll Dein Bericht und die Fotos sind wunderbar…mir blieb heute nur die Ansicht von gemalten Meerbilden von den Malern Leistikow und Hagemeister in der Ausstellung „Landscape“ im Bröhan Museum, auf dem Weg dahin war es bitterkalt ….
    LG schurrmurr

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  3. Liebe Undine, mir geht es auch so. Ich wohne auch ganz dicht am Meer und schaffe es viel zu selten an den Strand. Ja, ich hoffe auch, es dieses Jahr öfter zu schaffen! Deine tollen Bilder sind doch mal eine extra Portion Motivation. Danke dafür und liebe Grüssse, Ulrike

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  4. Wir waren vor vielen Jahren, kurz nach dem Mauerfall in Heiligendamm und damals dachten wir, dass wir unbedingt mal wiederkommen sollten, wenn die Häuser restauriert wurden. Noch haben wir es nicht wieder geschafft, aber der Plan steht. Du weißt ja, ich habe meistens lange was von meinen vielen Plänen. :-D Nein, Spaß beiseite, tolle Fotos und ein schöner Bericht. Er weckt mal wieder Sehnsucht in mir nach der Weite des Meeres – das alleine ist schon toll, so nah am „richtigen“ Wasser zu wohnen und mal eben kurz an die Ostsee fahren zu können. Herrlich.

    Unsere Auftank- und Auslüftrunden führen uns meistens „nur“ vors Haus über die Felder, manchmal in den Botanischen Garten und wenn es richtig gut läuft auf die Schwäbische Alb oder in den Schwarzwald. Mal gucken, vielleicht kann ich meinen Mann morgen zu einer Tour überreden… Aber dann bleiben meine Nähpläne wieder liegen… Au Backe. ;-)

    Herzensgrüße ♥ Anni

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