Mind the gap – London, Teil 2

—-immer noch Werbung für eine großartige Stadt und wegen Markennennung—
London01Heute geht es weiter mit meinen Eindrücken aus London und nach Teil 1, wo ich über Fortbewegung, Märkte, Essen und Ausblicke berichtet habe, geht es im 2. Teil weiter mit den Klassikern der Stadt, den Warner Bros Studios inklusive Kings Cross und Tierischem. Nehmt euch einen Tee, macht es euch gemütlich, hier braucht ihr mehr als ein paar Minuten zum Lesen.

4. Klassiker

4.1 Der Buckingham-Palast

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Was wäre England ohne die Queen und London ohne den Buckingham-Palast. Die offizielle Residenz der britischen Könige und Königinnen befindet sich in der City of Westminster. Hier wird gewohnt, es werden Staatsgäste empfangen und sicherlich auch das eine oder andere Teechen geschlürft. Außerdem ist er ein Touristenmagnet und stand auch bei uns auf der Agenda. An diesem heißen Sommertag bewunderten wir nun gemeinsam mit vielen weiteren Londonbesuchern aus aller Welt den eindrucksvollen Sitz von Elizabeth der II und Prinz Philip.

In entspannter Atmosphäre wurden Architektur, detailreiche Lampen und Zaunelemente, prachtvolle Blumenrabatten und in stoischer Ruhe verharrende Bobbys ins Visier genommen. Alles strahlte königliche Würde aus und so ist es kaum verwunderlich, dass es trotz der hochsommerlichen Temperaturen vor dem Buckingham Palast very crowded war.  Danach sind wir erst einmal in den Hyde Park, der sich gleich daneben befindet. Shade was highly appreciated on this day.

4.2 Kensington Palast

Gleich noch einen Palast der Königsfamilie hinterher. Prinz William und Kate wohnen mit ihren 3 Kindern dort.  Allein die Parkanlage mit Brunnen und Formgehölzen waren sehenswert. Auch wenn dieses Jahr der englische Rasen nicht grün war, sondern eher steppenartig grau-beige, konnte man dort königlich flanieren und im Schatten der Bäume die Architektur genießen.
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Als London-Pass-Besitzer war der Eintritt schon mit inbegriffen und so nutzten wir das Angebot einer Besichtigung. Auch wenn der Kensington Palast als Wohnsitz dient, stehen nach einer gründlichen Renovierung  große Teile als Museum zur Verfügung. Königliche Pracht, teilweise modern präsentiert, brachten uns das Leben der Monarchen näher.

Lady Di hat 1981 bis zu ihrem Tod im Jahr 1997 im Kensington-Palast residiert. Eine Ausstellung ihrer Kleider und die Gelegenheiten, zu denen sie sie getragen hat, gaben einen Einblick in ihre Welt. Ich bin jetzt nicht so der Königshaus-Kenner und auch ganz bestimmt kein Fan von der britischen Monarchie, aber schön anzusehen waren die Designerroben schon und Lady Di war eine wirklich beeindruckende Frau.

4.3 Westminster Abbey

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Wir bleiben weiterhin königlich. Westminster Abbey ist eine Kirche in City of Westminster und hier wurden und werden traditionell die Könige / Monarchen gekrönt und beigesetzt. Wir nahmen zweimal Anlauf, um das Innere des gotischen Baus zu besuchen. (Übrigens auch frei für London-Pass-Besitzer.) Beim ersten Mal war es sehr voll und wir hätten eine Stunde in der prallen Sonne warten müssen. Wir entschieden uns, beim nächsten Mal gleich morgens um 10:00 Uhr zu Einlassbeginn dort zu sein. Eine weitaus bessere Strategie, wie sich heraus stellte und unser Besuch in der Westminster Abbey war wirklich 2 Anläufe wert.

Den kostenlosen Audioguide sollte man sich unbedingt geben lassen. In feinstem Oxford-Englisch, (deutsch und andere Sprachen waren auch verfügbar) erfuhren wir alles über Geschichte, Architektur und die königlichen Grabstätten. Es gab unterschiedliche Tourangebote, wie z.B. die Familientour, 2 unterschiedliche Touren für Eltern und Kinder. Wer zusätzliche Informationen bekommen wollte, klickte einfach auf das entsprechende Feld des kleinen Touchbildschirms. Sehr praktisch, selbsterklärend und da für Kinder ein kleiner Zeichentrick-Phönix über den Bildschirm flatterte, wurde es auch für die Kleinsten nicht langweilig. Ja, ich musste doch mal schauen, was da so drin ist in dem kleinen Kasten.

Übrigens war im Inneren der Kirche das Fotografieren verboten. Ich fand das ganz ok, so konzentrierte ich mich nur auf das Sehen und Hören. Ab und zu ganz heilsam für so eine Knipstante, wie ich es bin.

4.4 St. Pauls Cathedral

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Vom Tate Modern, einem Museum für moderne Künste gingen wir über die Millennium Bridge zur St. Pauls Cathedral, die sich direkt gegenüber befand. „Wow“ konnte ich nur sagen. Diese Kirche war wirklich ein ganz besonderer Höhepunkt unseres Londonurlaubs. Ich dachte, nach der La Sagrada Familia in Barcelona ließe ich mich kirchentechnisch nicht so schnell beeindrucken, aber da wurde ich eines besseren belehrt.

Die St. Paul’s Cathedral gehört zu den größten Kirchen der Welt und dieser Bau des klassizistischen Barocks und einer eindrucksvollen Kuppel war wirklich bemerkenswert. Auch hier wurden wir durch die Geschichte, die Architektur und die Ereignisse mit einem Audioguide geführt. Ähnlich den Westminster Abby Guides kann ich diesen uneingeschränkt weiterempfehlen. Sehr lehrreich, unterhaltsam und informativ.

Während unser Besuches in der Kirche waren wir Zeuge einer Chorprobe. Ich bewunderte den jungen Mann, der alle 27 Register beherrschte und ich war begeistert von den Chorleuten, ebenfalls viele junge Menschen. Als die zusammen mit der Orgel den Einsatz und das Ende der Lieder übten, war das ein richtiger Gänsehautmoment für mich. So ein Konzert hätte mich in dem Moment sehr gereizt.
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Wir führten unsere Besichtigung fort und liefen die zahlreichen Stufen bis ca. 30 m Höhe zur Flüstergalerie hinauf. Wir haben zwar versucht, gegen die Wände zu sprechen und die Worte auf der anderen Seite der Kuppel zu verstehen, aber es gelang uns nicht. Vielleicht, weil der Winkel nicht stimmte oder andere Faktoren den Schall störten. Egal, wir sind dann noch ganz nach oben gelaufen, insgesamt 528 Stufen und wurden mit einem weiteren wunderbaren Ausblick über London belohnt. Wunderschön!

4.5 Trafalgar Square und die Nationalgalerie

Vor der Nationalgalerie befindet sich der Trafalgar Square, ein großer, zentraler Platz in der Mitte von London. Touristen saßen an den Brunnen und schauten dem bunten Treiben der Straßenkünstler zu. Viele hatten tolle Ideen mit Kreide, waren einfach nur verkleidet oder machten Musik.

Entspannt und in Urlaubslaune schlenderten wir über den Platz. Allerdings brannte die Sonne unerbittlich, also ab in die Nationalgalerie.
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Die Nationalgalerie ist ein echtes Juwel für Liebhaber alter und neuer Meister. Allein schon die Architektur, die Tapeten an den Wänden und die Bilderrahmen waren grandios. Originalbilder von Rubens, Rembrandt, Cezanne, Monet und van Gogh zu sehen, machten die Besichtigung zu einem echten Kunstgenuss. Der Eintritt ist frei, wie für fast alle britische Museen. Schön, wenn solche Schätze jedem zugänglich gemacht werden. Wir wußten das zu schätzen und es war ein schöner Nachmittag in den kühlen Räumen der Nationalgalerie.

4.6 Piccadilly Circus und Chinatown

Wir waren in London hauptsächlich tagsüber unterwegs und nach unseren 10 bis 15 km meistens zu erschöpft für’s Nachtleben. Aber die bunten Reklametafeln am Piccadilly Circus und das nächtliche Chinatown wollten wir uns unbedingt anschauen. Also Füße massiert und wieder rein in die Schuhe.
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Da haben wir gerade an dem Tag so viel gesehen, aber der Piccadilly Cirus war wieder einmal etwas ganz besonderes. Ein lauer Sommerabend, der quirlige Platz und die Atmosphäre, getragen durch die Straßenkünstler und die vielen interessierten Menschen, waren unbeschreiblich schön. Es wurde getanzt, gesungen, performt. Man hatte das Gefühl, dass hier die Berühmtheiten von morgen auftreten. Sehr inspirierend diese Stimmung, wo man das Gefühl hatte, hier wird an Lebensträumen gebaut.

Auf der anderen Seite geht es nur um den schnöden Mammon und ich habe noch nie so riesige Souvenirläden gesehen. Wow, da gab es ALLES, was mit London auch nur annähernd zu tun hatte. Bisschen stöbern und weiter ging es.

Chinatown ist gleich neben den Piccadilly Circus und hier reiht sich ein Restaurant ans andere. Natürlich nur chinesische. Wir schlenderten durch die Straßen und waren wieder begeistert über diese lebendige Stadt, die so viel zu bieten hat.

5. Die Warner Bros Studio Tours – The making of Harry Potter und ein Abstecher zum King’s Cross

Was wäre ein Londonaufenthalt für uns ohne die Warner Bros Studio Tour, wo wir in die Welt von Harry Potter eintauchten. Schon seit Jahren laufen die Filme bei uns zu Hause besonders in der Winterzeit rauf und runter. Die Kids und ich, angestachelt durch die Grundschullehrerin, haben alle Bücher gelesen, teilweise deutsch und teilweise im englischen Original. Ob die gesamte DVD Reihe im Schuber, Taschenbücher oder illustrierte Sammlerausgabe, nichts was es in unserem Haushalt nicht gibt.
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Also, der Plan stand, wir wollten die Studios besuchen. Als wir einer London-Kennerin davon berichteten, fragte sie, ob wir schon Karten haben. Fürs Protokoll: Es waren noch 2 1/2 Monate Zeit bis zu unserer Reise. Wir verneinten. „WAAAAS? Ihr habt noch keine Karten? Holt den Rechner, die buchen wir gleich. Hoffentlich bekommt ihr noch welche!“ Bibbernd gingen wir ins Netz und das Glück war uns hold, wir hatten noch ein paar vereinzelte Termine gefunden und buchten einen morgens um 9:00 Uhr.

Da wir Muggel auf herkömmliche Verkehrsmittel angewiesen waren und uns weder der Knight Bus oder der Hogwarts Express vom Privat Drive zur Hogwarts School of Witchcraft and Wizardry brachte, standen wir um halb sechs auf und mit Doppelstockbus, U-Bahn und Zug kamen wir pünktlich am Bus an, der uns zu den Studios führte. Schon hier wird kontrolliert, ob du ein gültiges Ticket hast. Ohne wirst du gleich wieder auf die Rückreise geschickt. Der Vorteil der Online-Buchung erschloss sich uns dann auch gleich an den Studios. Da jeder eine Zeit vorgeschrieben bekam, zu der er da zu sein hatte, kam es zu keinen Staus bei der Besichtigung. Trotz der Tatsache, dass jeder in seinem eigenen Rhythmus die Tour ablaufen konnte, war die Besuchermenge übersichtlich und es konnte nach Lust und Laune entdeckt, fotografiert oder sogar mitgemacht werden.

Es gab so unendlich viel zu entdecken. Die große Halle war wirklich groß, wenn sie auch in den Filmen durch Tricks paarmal größer dargestellt wird. Ob Spiegel Nerhegeb, Dumbledores Büro, der Aufenthaltsraum der Gryffindors, Snapes Klassenraum der Zaubertränke, alles war bis ins kleinste Detail so getreu wie möglich dargestellt. Man befand sich für ein paar Stunden wirklich in Welt von Harry Potter.

Besonders gefallen hat mir die Hütte der Wesleys, die die Gemütlichkeit und Herzenswärme der Familie ausstrahlte. Das Strickzeug, dass ganz allein vor sich hinarbeitete, könnte ich auch ab und zu gebrauchen. Ich mochte aber auch das kleine „Teestübchen“ von Dolores Umbridge, das so schön Vintage mit dem bonbonrosafarbenen Geschirr war. Hoch lebe der Kitsch. Für Spinnenphobiker kann ich den verbotenen Wald nicht empfehlen. Schon ein bisschen gruselig, als im Halbdunkel die beharrten Spinnenbeine auf einen zukamen. Auch wenn man wußte, dass es nur Nachbildungen waren, ging das Kopfkino an und ich fand, dass Rons Spinnenhass nicht von ungefähr kam.

Auf den Schreck erst einmal ein kühles Butterbier in der Sonne. Dabei handelt es sich um ein alkoholfreies Ingwerbier mit Schlagsahne. Ich fand es ganz lecker, angenehm erfrischend, aber auch ganz schön süß. Auf jeden Fall passte das Getränk zu dem Namen und bitte, probiert es einfach. Hier heißt die Devise, nur, wer selber testet, kann mitreden.

Reliquien über Reliquien und angesichts der Vielzahl an ausgestellten Gegenständen konnte man sich vorstellen, was die Filme an Geld, Zeit und Vorbereitung gekostet haben. Allein die Gemälde, die eigens für die Produktion gemalt wurden, sind ihrer Zahl viele und mit vielen Details im Hogwartsstil versehen. Eindrucksvoll auch die Anzahl der verschiedenen Zauberhüte und der Ford Anglia, mit dem Harry und Ron in der „Kammer des Schreckens“ nach Hogwarts fliegen.

Noch kurz durch die Winkelgasse geschlendert, wo Harry und seine Freunde die neuen Schulbücher und natürlich ihren Zauberstab kauften. So langsam endete unser Rundgang in der Zauberwelt, allerdings gab es noch das alles übertreffende Modell der Hogwarts-Schule, das in einer riesigen Halle aufgebaut war. Damit wurden sämtliche Special Effects erzeugt, egal ob bei Sonnenschein oder bei Schnee. Alles Animation, der reine Wahnsinn, was alles filmetechnisch so geht.

Rund um das Modell standen Bildschirme, die uns erklärten, wie alles gedreht wurde. Ein echtes Making Of der Harry Potter Filme. Wir waren voller Eindrücke, hätten am liebsten gleich einen Harry Potter Film geschaut und stürzten so in den Souvenirshop der Studios. So richtig begeisterten konnten wir uns nicht für das angebotene Sortiment  trotz akuter Kaufwilligkeit. Wer braucht schon einen Zauberstab aus Plastik für 30 Pfund. Auch die Shirts, Tassen und Hoodies gefielen uns nicht so besonders. Schade, gerade die Teenager hätten doch ganz gern eine Erinnerung an diesen Tag gehabt.
London_5WarnerBrosStudios_KingsCross01Wir entschieden, dass wir noch nicht so ganz loslassen können vom Harry-Potter-Feeling und fuhren zum King’s Cross, wo in den Filmen der Hogwarts Express vom Bahnsteig 9 3/4 zur Zauberschule startete. In der Realität war King’s Cross einer der Hauptbahnhöfe Londons und konnte ein imposantes Bahnhofsgebäude aufweisen. In den Jahren 2008 bis 13 wurde während einer Renovierung die neue Schalterhalle errichtet. Alte und neue Architektur trafen seitdem in geschickter Weise aufeinander. Ich mag das Zusammenspiel von Klassischem und Ultramodernen immer sehr und fand es auch in diesem Fall sehr gelungen. Allein der Himmel mit den rautenförmigen Streben war ein Foto wert.
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Touristen tobten sich am halb in der Wand verschwundenen Gepäckwagen aus und konnten die Fotos im ansässigen Shop erwerben. Wir hatten das Fotoknipsen schon in den Studios erledigt und waren froh, diese Menschentraube umgehen zu können. In den Shop sind wir dann aber trotzdem noch gegangen und surprise, surprise, hier waren die Angebote weitaus besser. Die Klamotten waren hochwertiger und sogar preiswerter. Super, so kamen die Kids doch noch zu ihren Shirts und Hoodies. Nach dem Test der offiziellen Pottermore Seite haben wir 2 Gryffindors und ein Rawenclaw in der Familie. Der Liebste kann darüber nur müde lächeln, allerdings war auch er schwer begeistert von den Filmstudios und der exzellenten Organisation der Führungen.

6. Tierisches in London

6.1 Der Londoner Zoo

Wenn man wie wir ein paar Tage länger in London verweilt, hat man durchaus Zeit für einen Besuch im Zoo, der auch im Londonpass enthalten war. Abseits der Großstadt taucht man in eine 15 Hektar große Anlage ein, die mit ca. 750 Tierarten für jeden etwas dabei hatte.

Gleich zu Beginn fanden wir das durchaus sehenswerte Aquarium. Auch wenn wir schon durch manches Sealife gestapft sind, waren besonders die Korallenriffe wunderschön und immer wieder sind gemütlich schwimmende Fische ein beruhigender Anblick.
London_6Additional_Zoo04Angesichts der sommerlichen Hitze fühlten wir uns bei den Giraffen in die afrikanische Savanne versetzt. Aber auch das Tigergehege war sehr sehenswert, das einem den indischen Dschungel mit Mosaiken, Wandmalereien und der Nachbildung eines Marktes nahe brachte. London_6Additional_Zoo07
Ein paar lustige Details wie den „Bug Ben“ gab es auch zu entdecken und die Erdmännchen schauen eh immer so lustig. Das war im Londoner Zoo auch nicht anders.

Die Affen waren dort auch los und schwangen sich munter unter die Besucher. Aufgepasst, da war kein Keks mehr sicher vor den umtriebigen Gesellen.

Noch ein klitzekleiner Nachtrag zu Harry Potter. Gleich im ersten Teil jagt er seinem nervenden Cousin im Schlangenhaus einen ordentlichen Schrecken ein. und merkt, dass er die Sprache der Schlangen versteht. Tja, und wo wurde das gedreht? Im Reptilienhaus des Londoner Zoos.
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Insgesamt war es ein lohnenswerter Besuch in dem Zoo, der als erstes den Namen Zoologischer Garten führte und damit darauf hinweist, dass hier wissenschaftlich gearbeitet wird. Es war ein entspannter Sonntag, wo wir ganz zum Schluss Eis essend die Kinder auf dem nostalgischen Karussell beobachtet haben. Süß, die kleinen Racker, die glückselig ihre Runden drehten und vehement dagegen protestierten, wenn sie wieder runter mussten.

6.2 Das National History Museum

Das National History Museum in South Kensington war gigantisch und allein schon das Gebäude im romanisch-byzantinischen Stil suchte seinesgleichen. Wie auch andere Museen in England war der Eintritt frei und trotz des tollen Sommerwetters waren viele Besucher dort, was eindeutig für das Museum sprach.
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Ehrlich gesagt, hat es meine Erwartungen bei weitem übertroffen. Es gab dort so viel zu sehen auf den Gebieten Fauna, Flora, Humanbiologie, Geografie, Historisches, neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und, und und. Man konnte dort gut und gern den ganzen Tag zubringen und hatte trotzdem das Gefühl, noch nicht alles gesehen zu haben. Es war schon fast ein Overload an Informationen und wenn jemand sagen würde, ich teile das auf 2 Tage auf, würde ich demjenigen zu raten. So viel kann die menschliche Festplatte gar nicht auf einmal aufnehmen. Wie gesagt, es war gigantisch und das bezieht sich nicht nur auf die riesigen Skelette in der Haupthalle.

Wir starteten mit der Dinosaurier-Ausstellung. Da war vielleicht was los! So viele aufgeregte Kinder habe ich schon lange nicht mehr gesehen. Es war aber auch wirklich faszinierend und sehr anschaulich dargestellt, was diese Landwirbeltiere vor Millionen Jahren so auf der Erde trieben. Ein Highlight war die computeranimierte Attrappe eines Tyrannosaurus Rex, der mit seinen Bewegungen und Geräuschen die Kids zum Kreischen brachte. Ich fand die Größe der Kralle eines Dinos auch sehr beeindruckend.

Wir besuchten das Darwin Centre, wo alle bekannten Arten auf der Erde gesammelt werden. Da war es zwar angenehm kühl, aber man musste schon großer Fan von Tieren in Formaldehyd sein. Die Modelle von Säugetieren im Größenvergleich waren dagegen ziemlich spektakulär. Ja klar, wußte ich, dass Blauwale groß sind, aber so in 3D war das schon eine ganz andere Nummer.
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Besonders gut hat mir die Ausstellung über den Menschen gefallen, unter anderem war eine Simulation von einem Baby im Mutterleib zu sehen. Ich interessiere mich immer sehr für den menschlichen Körper und das egal, ob es sich um Muskeln, die Organsysteme oder die Sinne handelt. Im Museum konnte ich mich ausleben und Infos aufsaugen. Bei vielen dargestellten Prozessen konnte man selbst Hand anlegen und in Modellen die Funktionen testen, z.B. die Gelenke.
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Ein weiteres Highlight waren neben den Life Galleries die Earth Galleries. Über eine Rolltreppe gelang man in das Innere der Erde. Von der Entstehung bis zu Zukunftsvisionen unseres Planeten wurde nichts ausgelassen, was ich nicht aus dem Geografieunterricht kannte. Nur wurde es hier wieder so interessant und nachhaltig dargestellt, dass doch das Schulwissen ordentlich aufgefrischt wurde. Mineralien und Meteoriten gab es reichlich zu sehen. Besonders plastisch wurde ein Erdbeben in einem japanischen Supermarkt dargestellt. Wir waren praktisch life dabei. Es war sehr eindrucksvoll als der Boden unter uns bebte und die Regale wackelten. Fazit: Für naturwissenschaftlich Interessierte ist dieses Museum ein Muss. Es ist für Familien mit Kindern vom Kindergartenalter an sehr zu empfehlen. Auch größere Kinder, die Interesse für Biologie und Geografie haben, langweilen sich hier nicht.

Damit enden meine Ausführungen zu unserem Trip nach London. Wer jetzt Lust bekommen hat, diese tolle Stadt zu besuchen, dem kann ich nur zu raten. Wenn du dann in London mit der U-Bahn durch die City fährst, wird es dir begegnen: „Mind the gap between the train and the platform“. Ja, genau, das wird dir an jeder Station im Zug und auf dem Bahnsteig gesagt, jeden Tag, zu jeder Stunde, überall. Es gibt sogar T-Shirts damit und jeder, der London einmal besucht hat, weiß genau, was damit gemeint ist.

Verlinkt mit der Urlaubslinkparty vom Nähfrosch.

6 Gedanken zu “Mind the gap – London, Teil 2

  1. Was für ein interessanter und farbenfroher Beitrag, liebe Undine! Und gut, dass Du so eine Knipstante bist, die Fotos sind ja wirklich einmalig.

    So ein Konzert in der St. Paul’s Cathedral würde mich auch mal reizen. Das hat was, schöne Musik in so beeindruckender Kirchenatmosphäre. Wahrscheinlich muss man sich auch hier schon rechtzeitig um Karten kümmern. 😉Spontan geht da garantiert nix.

    Liebe Sonntagsgrüße, Martina 🌸

    Gefällt 1 Person

    1. Danke liebe Martin. Ne, spontan ist irgendwie nicht so angebracht in London. So ein Trip muss gut organisiert sein. Ein Glück sind da der Liebste und besonders das Teenagermädchen perfekte Urlaubsplaner. Ich knipse dann eher das Geschehen. Arbeitsteilung! Schönen Restsonntag! LG Undine

      Gefällt 1 Person

  2. Wow, ein üppiges Programm, das ihr hinter euch habt.
    Aber, kein Besuch und keine Sonder-Ausstellung im Science Museum? Die waren/sind für meine Kinder und mich immer ein Highlight.
    Ein MUSS war auch immer ein Kinobesuch am Leicester Square, einkaufen in „unserem“ chinesischem Supermarkt und futtern bis zum Platzen im benachbarten Restaurant.
    Viele Grüße,
    Karin

    Gefällt 1 Person

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