Maronen-Pastinaken-Pott

Der Herbst ist nun wirklich da. Auch wenn die Sonne noch scheint und die Temperaturskala mittags noch die 20-Grad-Marke schafft, kann die 3. Jahreszeit nicht mehr verleugnet werden. Morgens steigt der Nebel über Wiesen und Felder, das Laub zeigt goldene Töne und abends wird es besonders bei klarem Himmel schon ziemlich kalt. Wenn ich morgens zum Bäcker radle, brauche ich Mütze und Handschuhe. Auch wenn ich ausgesprochener Sommerfan bin, mag ich den Wechsel der Jahreszeiten und kann viel Schönes am Herbst finden. Ich kann wieder meine geliebten Stiefeletten tragen, kuschelige Loops um meinen Hals schwingen und leckere Suppen kochen.

Das bringt mich gleich zum Thema des Beitrages. Ich sah im Supermarkt meines Vertrauens braun glänzende Maronen und frische Pastinaken. Bloggertechnisch müsste ich ja sagen, dass ich über den Herbstmarkt schlenderte, aber die Wirklichkeit sieht ja meistens etwas profaner aus. Macht nichts, finde ich. Gefreut habe ich mich trotzdem über die Idee, die mir da kam. Ich wollte schon lange mal aus Maronen eine Suppe kochen und sackte demzufolge gleich mal einen Beutel davon ein. Pastinaken fand ich als Kombigemüse ganz gut dazu. Das Projekt stand und ich kündigte das Süppchen schon mal an. Die Familie wartete ab, was ich ihnen da wohl so vorsetzen würde. Verhaltene Zustimmung war der Grundtenor: „Mach mal!“
Maronen-Pastinaken-Pott07Zutaten:
2 EL Butterschmalz
1 Zwiebel
1 Bund Suppengemüse (Ich nehme immer Porree, Sellerie und Möhren extra)
3 Pastinaken
700 g Maronen
1 l Wasser oder Brühe
3 Pimentkörner
2 Lorberblätter
1 Becher Schmand
2-3 EL Balsamico Essig dunkel
1 Bund Petersilie
Salz, Pfeffer, Muskatnuss
rote Pfefferbeeren

Zubereitung:
Ich belas mich ein bisschen im Netz und da wurde vorgeschlagen, die Maronen ca. 10 Minuten im Backofen vorzugaren. Vorher kreuzweise einschneiden und nach dem Backen die Schale und die Haut abziehen. Gesagt, getan.

O je, das war ja vielleicht eine Pfriemelarbeit! Ich hatte das Gefühl, das geht gar nicht voran. Als dann der Liebste noch in die Küche kam und fragte, ob ich noch gar keinen Topf auf dem Herd hatte, geriet ich doch so leicht unter Druck. Hatte ich doch das Gefühl, dass es den Tag kein Mittag gibt, weil die Pulerei echt mühsam und langwierig war. Ich übergoß schließlich die Maronen mit kochend heißem Wasser und das ging dann doch ein wenig besser. Nächstes Mal koche ich die Maronen wohl besser. Das scheint mir die bessere Alternative zu sein. Wie dem auch sei, am Ende hatte ich alle Früchte von Schale und Haut befreit und sie waren fertig zur Weiterverwendung. Für Fotos von diesem Zwischenschritt hat es leider nicht gereicht. Die Finger waren halb taub von der Pulerei und wie ihr wisst, war der Hunger schon groß.
Maronen-Pastinaken-Pott06
Der Rest der Zubereitung war dann ein Kinderspiel. Zwiebel in dem Butterschmalz anbraten, Suppengemüse und Pastinaken schälen, kleinschneiden und ebenfalls anbraten. Dann mit Wasser oder Brühe auffüllen, Maronen und Gewürze dazugeben und ca. 40 Minuten köcheln lassen.
Maronen-Pastinaken-Pott07
Zum Schluss den Schmand (Sahne geht bestimmt auch) unterrühren, die Pimentkörner und die Lorbeerblätter noch rausfischen und die Suppe pürieren. Bei mir wird so etwas immer so ein flatschiger Eintopf, egal ob Kartoffel-, Kürbis- oder andere Gemüsepötte. Vornehme Süppchen kann ich nicht. Wer will, kann aber mit mehr Brühe ein zarteres Gericht daraus zaubern. Ich mag es aber auch so rustikal. Die Suppe mit Pfeffer, Salz, Muskat und Balsamico abschmecken, mit Petersilie bestreuen und dann rosa, grob gemahlene Pfefferbeeren darüber geben. Die sind echt der Knaller auf dem Maronen-Pastinaken-Pott. Nicht nur optisch ein Hingucker auch geschmackstechnisch ein wirkliches Highlight.

Überhaupt war diese wärmende Suppe eine Delikatesse. Trotz der Mühe würde ich sie auf jeden Fall noch einmal kochen. Auch den Rest der Familie konnte ich davon überzeugen. Ein sehr schönes Herbstessen und genau richtig, wenn der Wind um die Häuser stürmt und im Kamin ein wärmendes Feuer knackt.
Maronen-Pastinaken-Pott12
Na, konnte ich euch überzeugen, dass der Herbst auch seine schönen Seiten hat? Mit so einem leckeren Essen im Bauch ist einem doch gleich ganz wohlig zumute, oder? Was mögt ihr am Herbst? Schreibt mir gern, ich freue mich auf eure Kommentare.

Verlinkt mit dem #Sonntagsglück und ich bin Katrin von @soulsistermeetsfriends unendlich dankbar, dass ihr Sonntagsglück noch Montag funktioniert. Gestern habe ich schön bräsig vor dem Kaminfeuer gelegen und war zu keiner Regung mehr fähig. Muss auch mal sein, finde ich. Da die @zitronenfalterin den Herbst feiert, schleudere ich da auch gleich noch vorbei.

2 Gedanken zu “Maronen-Pastinaken-Pott

  1. Beim ersten Bild bekam ich erst einmal einen Schreck – das sind ja Kastanien, keine Esskastanien… Aber bei denen im Supermarkt kannst Du Dir dann sicher sein. Wir (ähm, will sagen der liebste Mann…) schälen zunächst immer erst einmal die Außenschale, kochen die Maroni dann. Die innere dünne Schale lässt sich danach im noch heißen Zustand problemlos ablösen. Das machen wir meist am Vorabend. Die fertig gekochten Maroni können dann am Folgetag schnell weiterverarbeitet werden. Das beschleunigt den Kochvorgang.
    Die Kombination mit Pastinaken habe ich noch nie ausprobiert. Deine Anleitung macht mich sehr neugierig. Wir haben ja noch genug selbstgesammelte Maroni im Vorrat, dass wir das demnächst mal ausprobieren können!
    Die Suppe sieht wirklich sehr verlockend aus.
    Liebe Grüße
    Andrea

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Andrea, das Kastanienbild gehört nicht zum Beitrag, aber ich gebe zu, dass es in dem Fall etwas verwirrt. 😊 Danke für die tollen Tipps zum Pulen der Maroni. Das mache ich beim nächsten Mal auch so. 🖒 Herbstliche Grüsse Undine

      Gefällt 1 Person

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