Dresden im Herbst

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Die Herbstferien haben wir dieses Jahr für einen Ausflug nach Dresden genutzt. Bei fast schon hochsommerlichen Temperaturen eroberten wir die Landeshauptstadt Sachsens. Über die Anreise möchte ich lieber das Mäntelchen des Schweigens hüllen. Wir brauchten ganze 6 Stunden und irrten nach Autobahnsperrung im brandenburgischen Nirwana herum. Egal, irgendwann waren wir da und wurden belohnt mit herrlichen Ausblicken über die Elbe inklusive Sonnenuntergang hinter dem Dresdner Zentrum.

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Rund um die Frauenkirche war ein Restaurant neben dem anderen und da es noch so schön war, saßen alle draußen. Ein wunderbar sommerliches Flair in der historischen Stadt, dass wir sehr genossen. Wir kehrten in das „Dresden 1900“ ein und entspannten uns bei klassischer deutscher Kost. Im Restaurant steht im Gastraum ein Straßenbahnabteil, in dem man sitzen kann und die Kellner haben Schaffnermützen auf. Ganz wichtig ist mir aber, dass das Essen schmeckt und das tat es.

Dresdner Zwinger, Frauenkirche, grünes Gewölbe, Brühlsche Terrasse, Residenzschloss

Den nächsten Tag verbrachten wir im Dresdner Stadtzentrum. Wir starteten im Prunkstück der Stadt, dem Dresdner Zwinger. In diesem barocken Bauwerk sind zahlreiche Museen untergebracht. Hier findet man eine Porzellansammlung, den mathematisch-physikalischen Salon und die alten Meister.

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Im Innenhof des Zwingers hätte man stundenlang auf die Fassaden und Wasserspiele schauen können. Es war so viel barocke Kunst vor strahlend blauem Himmel zu entdecken. Gleich um die Ecke ist die Semperoper, fast ebenso berühmt wie der Zwinger selbst.

Wir besuchten anschließend das Grüne Gewölbe im Residenzschloss. Mit einem Audioguide wird man dort durch die Schatzkammer August des Starken geführt. Authentisch erhaltene 8 Räume zeugen von der überquellenden Fülle an Reichtum. Vom Bernsteinkabinett bis hin zum Pretiosensaal wurden die Ausstellungsstücke immer prächtiger und wertvoller. Unsere Kids fanden den Audioguide etwas langatmig und mit etwas zu viel Historie gespickt. Wir hätten ihn auf sächsisch nehmen sollen, das wäre eventuell ein wenig unterhaltsamer gewesen. Allerdings befürchte ich, dass unsere norddeutschen Nachkömmlinge nichts mehr verstanden hätten. Ich fand den Audioguide sehr hilfreich, sonst wäre man an dem einen oder anderen Ausstellungsstück sicher achtlos vorbeigegangen. Fotografieren war leider verboten, daher kann ich nur auf die Internetseite verweisen. Da die Besucherzahl begrenzt ist, macht es sowieso Sinn, dort Karten online zu kaufen. Wir haben das gemacht und das war auch gut so angesichts des Besucherstroms in der sächsischen Hauptstadt.

Von der Brühlschen Terrasse, die sich über 500 m erstreckt hat man einen herrlichen Blick über die Elbe und kann vortrefflich flanieren. Ganz in der Nähe ist der Fürstenzug zu sehen. Dieses mit 102 m längste Porzellanwandbild zeigt die Ahnen der zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschenden 34 Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht des Fürstenhauses Wettin. Es ist an der Rückseite des Hofstalls des Residenzschlosses angebracht.

Wo man hinschaut, war geschichtliche Architektur zu finden und hier und da fühlte man sich dank der Pferdekutschen in die Barockzeit zurückversetzt. Natürlich darf die Frauenkirche in diesem Ensemble nicht fehlen. Es ist schon ein sehr besonderes Bauwerk. Stand die Ruine doch Jahrzehnte als Mahnmal des Zerbombung Dresdens. Ich freue mich, dass sie wieder vollständig restauriert wurde.
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Wir lauschten in der Sonne noch einem Straßenmusikanten und genossen einfach den Moment. Kennt ihr das? Wenn einfach alles stimmt? Die Umgebung, das Flair, das Wetter! Just perfect!

Nach so viel Geschichte waren wir hungrig und kehrten in den Gänsedieb ein. Was wäre ein Besuch in Dresden ohne die berühmte Eierschecke. Ich denke, wir haben die beste der Stadt dort gegessen. Ein köstliches Vergnügen! Ein bisschen Shopping und im Abendlicht dann rauf auf so einen mobilen Aussichtsturm. Getreu dem Motto: Another city another view bestaunten wir die Dresdner Innenstadt noch einmal aus 50 m Höhe.

Das Deutsche Hygiene Museum und eine Dampferfahrt nach Schloss Pillnitz

Das deutsche Hygiene Museum hört sich so ein bisschen nach verstaubtem alten Arztequipment und vergilbten Museumstafeln an. Dem kann ich nur vehement widersprechen. Neben zeitlich begrenzten Ausstellungen wie z.B. über die Sonne, bieten die beiden Dauerausstellungen „Abenteuer Mensch“ und die Kinderausstellung „Unsere 5 Sinne“ so viel Abwechslung und Mitmachaktionen, dass ein halber Tag fast noch zu kurz für den Besuch waren.
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Wir starteten in der derzeitigen Sonderausstellung über die Sonne. Ob über Lichtschutzfaktoren, Sonnengötter oder Raumfahrt, alle Exponate hatten mit unserem Sternensystem zu tun. Mir hatten es natürlich die selbstgeschneiderten und gestrickten Bikinis aus den 1960ern angetan. Entzückend, nicht?
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Weiter ging es zu Abenteuer Mensch und auch die Kinderausstellung haben wir nicht ausgelassen. Der berühmte gläserne Mensch, überdimensionale Zellen, Fehlstellungen des Bewegungsapparates, Kraft- und Beweglichkeitstests, Haare unter dem Mikroskop, dessen Bild man sich per E-Mail schicken lassen konnte. Nichts, was es nicht zu sehen gab. Alles war modern und interaktiv aufbereitet und die Zeit verging wie im Fluge.

Auch wenn wir schon vorher wussten, dass der Liebste der Stärkste und das Teenagermädchen die gelenkigste in der Familie sind, hatten wir einen Heidenspaß beim Ausprobieren und kicherten besonders beim Balancieren. Da fehlte uns wohl allen ein wenig Übung.

Es gab auch eine gläserne Kuh in der Ernährungsabteilung. Auf Post-Its konnte man dort das Lieblingsessen aufschreiben. Mir fiel keins ein, ich mag so viele verschiedene Gerichte und konnte mich nicht entscheiden. In der Kinderabteilung war ganz viel zum Mitmachen und alle 5 Sinne wurden, wie der Name der Ausstellung schon sagt, angesprochen. Ob Spiegelkabinett oder Fledermausohren, es konnte viel ausprobiert und im wahrsten Sinne des Wortes begriffen werden. Ich hielt dann stellvertretend mal einfach meine Kamera in so ein Kaleidoskop und konnte mich aus jeder Perspektive sehen. Unser Fazit: Das deutsche Hygiene-Museum gehört zur Kategorie „Empfehlenswert“.


So, jetzt aber wieder raus an die Sonne. Immer noch feinstes Sommer- äh Herbstwetter. Wir wollten nach Schloss Pillnitz mit dem Dampfer fahren. Gesagt, getan. Mit der Straßenbahn ab ins Zentrum. Unterhalb der Brühlschen Terrasse war die Station für die Weiße Flotte. „Genießen Sie die herrliche Schlösserfahrt mit der ältesten Raddampfer-Flotte der Welt durch das Elbtal bis nach Pillnitz.“ heißt es auf der Internetseite von stadtrundfahrt.com. Haben wir genossen! Die Elbwiesen sind ein Naherholungsgebiet der Dresdner. Hier geht man mit dem Hund spazieren, joggt, walkt und im Winter wird hier sogar Ski gefahren. Vorbei an Schlössern und Weinbergen ist so eine Dampferfahrt herrlich entspannend und bei einer weiteren Eierschecke haben wir es uns gut gehen lassen. Ein Blick auf die Dampfmaschine inklusive.

Unter der Loschwitzer Brücke durch, die besser als „Blaues Wunder“ bekannt ist, tuckerten wir bei ziemlichem Niedrigwasser gen Pillnitz entgegen. Nach knapp 2 Stunden erreichten wir das Schloss aus dem 18. Jahrhundert.
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Wir beobachteten noch die Abreise unseres Dampfers und wandten uns dem Schloss zu. Man mag es verurteilen, aber wir konnten uns bei dem Wetter zu keinen Innenansichten durchringen. Wir wandelten durch den Park und da gab es neben der ältesten Kamelie in Europa, einen barocken Lustgarten, einen englischen und chinesischen Garten sowie eine Anlage von Nadelgehölzen, die in- und ausländische Exemplare enthielt.

Der englische Pavillon, die Orangerie und besonders das Palmenhaus sind historische Bauten, die sich perfekt in die Gärten einfügten und für viel Flair sorgten. Hier konnten wir den Tag richtig gut ausklingen lassen.

Mit diesen letzten Bildern aus dem Pillnitzer Schlossgarten war unser Ausflug ins herbstliche Dresden beendet. Die Mandarinente hat schon ihr Köpfchen unter den Flügel gesteckt und die goldenen Blätter, die sich im Teich spiegeln, zeigen die Schönheit der Natur im Oktober, der dieses Jahr sommerliches Feeling verbreitet.

Auf jeden Fall müssen wir noch einmal wiederkommen in die sächsische Landeshauptstadt. Wir haben noch lange nicht alles gesehen, aber das ist auch gut so. Ist doch schön, wenn man einen Grund hat wieder zu kommen, nu? Und so eine leggere Dräsdner Eierschegge muss ich auch nochmal haben. :-)

Verlinkt mit dem #sonntagsglück und der  #urlaubslinkparty.

 

 

7 Gedanken zu “Dresden im Herbst

  1. Hach, wie schööööön! Da werden schon fast verschüttete Erinnerungen an Dresdner Zeiten in mir wach. Besonders Schloss Pillnitz ist einfach ein Träumchen. Vielen Dank für den schönen Bericht und die herrlichen Fotos, liebe Undine!

    PS: uns ging es letzte Woche in Amsterdam genau wie Euch: wir haben kein einziges Museum von innen gesehen, weil das Wetter einfach zu schön war. Aber so hat man wenigstens einen Grund, nochmal hinzufahren. ;)

    Herzlich, Martina

    Gefällt 1 Person

  2. Ein wunderschöner Beitrag, liebe Undine. Tolle Bilder und ein schöner Bericht. Ich war im letzten Winter bei Schneesturm und Eiseskälte in der schönen Stadt und habe den (leider viel zu kurzen) Aufenthalt dort auch sehr genossen. Toll waren im Dezember die Weihnachtsmärkte und wir waren in der Neustadt (ich hoffe, es hieß so, weiß es gerade nicht mehr so genau…uhhh
    ), die auch einen Besuch wert ist! Für mich gilt auch, dass ich auf jeden Fall noch mal nach Dresden reisen möchte, dann vielleicht auch bei warmen Temperaturen.

    Hach, dieses Jahr kommt ihr ganz schön rum. London, Dresden… Wo geht’s als nächstes hin?

    Ganz liebe Grüße und hab eine gute neue Woche ♥ Anni

    Gefällt 1 Person

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