Ich rocke meine Couch! – ein Upcycling

Es gibt so Beiträge, da freue ich mich noch mehr als sonst, dass ich blogge. Dieser Beitrag gehört auf jeden Fall dazu. Schon vor Fertigstellung des Projektes musste ich darüber kichern, was ich da wieder fabriziere. Ich freue mich um so mehr, dass ich euch die Idee heute präsentieren kann, weil es geklappt hat. Dieses Projekt gehört zu dem Hashtag #fuckeinfachmachen und das Glück war mir hold.

Aber von Anfang an: Ich hatte eine Couch. Eine schöne Ledercouch mit feinstem Nubukleder. Sie hat so manchen Umzug erlebt, ich habe mir sogar mal einen Finger beim Transport selbiger gebrochen und sie ging mit mir durch dick und dünn. Sie zog von einer gemeinsamen Wohnung in eine Singlewohnung und wieder in eine gemeinsame Wohnung und von da aus ins eigene Haus. Sie diente mir / uns als Schlafstätte und die Kids liebten es als Baby in der Couchecke zu schlafen, während wir Eltern um sie herumwuselten. Später wurde auf ihr getobt, gelacht, Fernsehen geguckt, Chips gegessen und so manche Kinderkrankheit auskuriert. Sie wurde alt und ranzig, Holme brachen durch, aber ich wollte mich nicht von ihr trennen. Es war so unbekümmert mit ihr zu leben. Egal, ob 12 Kinder darauf Indianer spielten, wir Eltern verbotenerweise darauf Pizza aßen oder Rotwein verkleckerten, abwischen und weitermachen war die Devise. Dann wurden die Kinder größer und so langsam wurde der Platz knapp. Es wurde um die besten Plätze gestritten und als nur noch 3 Familienmitglieder drauf passten, wurde es Zeit für eine neue Couch. Gut, nach über 20 Jahren hatte sie ihre Pflicht und Schuldigkeit wirklich getan und ich hatte ein Einsehen. Unsere Couch war wirklich nur noch für den Sperrmüll geeignet. Jedes Sozialkaufhaus hätte bei unserer Couch nur müde mit den Schultern gezuckt. Sie war wirklich niemanden mehr zuzumuten. Einzig das Leder von der Ausziehfläche war noch super in Schuß und praktisch wie neu. Das die natürlich nicht in den Sperrmüll wanderte, könnt ihr euch sicherlich denken. Wer jetzt noch die Überschrift im Kopf hat, kombiniert messerscharf: Aus dem Couchleder wurde ein Rock! Genau!

Da ist er! Mein Lederrock, genäht aus meiner Couch. Ich gebe zu, ich bin ein bisschen stolz auf dieses Projekt und freue mich sehr, dass es gelungen ist. Ich war mir da wirklich nicht sicher, hatte aber unbändige Lust es auszuprobieren. Täschchen kannst du immer noch daraus nähen, wenn es nicht klappt, dachte ich mir. Ich suchte mir also einen passenden Schnitt und wurde bei Julia vom Kreativlabor Berlin fündig. Rock Marie wurde auserkoren. Der Schnitt war für festere, nicht dehnbare Stoffe konzipiert. Das passte doch zu meinem Couchleder. Er hatte keinen Reißverschluss, sondern Druckknöpfe, was mir das Leben bestimmt um einiges erleichterte. Bei dem Gedanken eines nahtverdeckten Reißverschlusses trat mir schon der Angstschweiß auf die Stirn. Das umschiffte ich mit diesem Schnittmuster. Ich kaufte mir Ledernadeln, die vorn eine kleine Schneide hatten um so besser durchs Leder zu kommen. Ich probierte, ob meine Haushaltsnähmaschine durch 3-4 Lager Leder durchkam und als das gelang, schnitt ich munter zu.

Nach der Maßtabelle wählte ich die Größe 36, weil der Rock eher locker auf der Hüfte liegt und in der Länge habe ich ca. 2 cm kürzer zugeschnitten. Das doch etwas festere Leder sollte mir in der Beinfreiheit nicht im Weg sein und die Rocklänge „eine Handbreit über dem Knie“ mag ich sowieso sehr gern. Die streckt immer ein wenig.

Das E-Book war übrigens sehr gut erklärt. Alles ließ sich wie nach einem Bilderbuch nacharbeiten. Ich habe allerdings auf die Taschen hinten verzichtet, weil ich nicht noch mehr Lagen Leder übereinander nähen wollte und fand, dass der Rock von hinten auch so gut aussieht. Zum einen wegen dem schicken narbigen Leder und zum anderen wegen der abgesteppten Nähte. Dafür habe ich das Leder von links auseinander gebügelt (das geht super) und jeweils rechts und links von der Naht mit Geradstich abgesteppt.

Für den Bund habe ich innen Webstoff genommen, sonst hätte das meine Nähmaschine wirklich überfordert. Sie kam schon so manchmal an ihre Grenzen, aber wenn ich ganz langsam genäht habe funktionierte es. Nach 3 abgebrochenen Nadeln war ich fertig und freute mich über das Ergebnis. Jetzt noch Druckknöpfe einklopfen und es ist vollbracht. Ich weiß nicht wie es euch geht, aber ich bin immer ein bisschen aufgeregt vor solchen letzten Arbeitsschritten, gerade, wenn ich wie hier die Materialien noch nicht so kenne. Auf den letzten Metern kann man auch viel verderben. Meine Aufregung war aber unbegründet. Ich habe die Lage der Knöpfe genau ausgemessen, habe die Löcher gestanzt und die einzelnen Teile eingehämmert. Fertig war ein Projekt, das ich mutig begonnen habe und das mich mit dem Ergebnis belohnt hat.

Die Rindviecher waren auch ein wenig neugierig, was da vor ihrem Gatter so posiert wurde. Ich habe den Rock noch ein wenig winterlich gestylt, auch ein bisschen wegen der Kulisse, aber mit Feinstrumpfhose, Ankle Boots und leichter Bluse + Strickjacke ist er undiversell einsetzbar. Praktisch gesehen: Rock around the year! Mag ich!

Mit meinem Rock ziehe ich jetzt zu Du für dich am Donnerstag, zu Show me what you love, zu EiNaB und zu Öko?Logisch! Nachhaltig ist dieses Projekt auf jeden Fall. Nach 20 Jahren Couchleben noch ein weiteres Dasein, das muss man erst einmal schaffen.

Bienenwachstücher aus Männerhemden

Erster Sonntag im Monat und Zeit für ein neues Nachhaltigkeitsprojekt. Seit dem wir uns bewusster darum kümmern, weniger Plastik zu verbrauchen, kam des Öfteren die Frage auf: „Wie packe ich das jetzt ein?“ Ob Kuchenreste auf dem Teller, das Stück Käse oder der Rest Quark in der Schüssel. Alu oder Frischhaltefolie sind zwar möglich, aber nicht gerade die nachhaltigste Lösung. Also begab ich mich auf die Suche. Google und Pinterest sind in solchen Fällen meine besten Freunde. Schnell kam ich auf Bienenwachstücher, die mir als Verpackungsidee und DIY ins Auge sprangen. Hach, solche Ideen gefallen mir und ich bin tiefer in die Materie abgetaucht.
Mit Hilfe von Bienenwachs werden Baumwolltücher imprägniert und können so als Ersatz für Plastik und Co. verwendet werden. Mit Kokosöl werden die Tücher flexibler und weicher, was sich besonders beim Einwickeln als Vorteil erweist. Durch die antibakterielle Wirkung von Bienenwachs und Kokosöl sind die Tücher hygienisch. Nach Gebrauch können die Tücher mit lauwarmen Wasser und etwas Spülmittel gereinigt werden. Wenn das Wachs ein wenig bröckelig wird, kann das durch Bügeln zwischen 2 Backpapierlagen wieder beseitigt werden. Hört sich doch gut an, oder?
Bienenwachstücher-Upcycling10 Weiterlesen

Wruke ist norddeutsch und lecker als Eintopf

Wir saßen am Wochenende gemütlich in der Küche und ich verkündete, dass es am Sonntag Wrukeneintopf gibt. Meine Nichte und das Teenagermädchen guckten mich verwundert an: „Wruken? Was ist das denn?“ Neuer Versuch am Sonntag. Ich fragte den Teenagersohn und seinen Kumpel, ob sie Wruken kennen. „Nein!“ Wieder gescheitert. Was lernen die heutzutage eigentlich in der Schule? Der Begriff ist doch norddeutsches Kulturgut. Kein Winter ohne Wruke! Wir sind damit groß geworden. Dieses gesunde Gemüse ist kalorienarm und enthält Traubenzucker, Eiweiß, Fett, Provitamin A, die Vitamine B1, B2 und C. Perfekt für die ersten Entschlackungsversuche nach dem Winter und schmackhaft ist die Steckrübe, ihr eigentlicher Name, allemal. Die ätherischen Öle lassen sie ein wenig nach Kohlrabi schmecken. Sie hat übrigens noch viele weitere Namen. Kohlrübe, Butterrübe, Erdkohlrabi, Unterkohl- oder Bodenkohlrabi, Runke und Runkelrübe wird sie auch genannt. In Österreich heißt die Steckrübe auch Dotsche, in Bayern Dodschn und im Schweizer Ländle Knutzsche. Viele Namen für ein leckeres Gemüse, dass zu einem klassischen Wrukeneintopf verarbeitet eine gar köstliche Mahlzeit ergibt.Wruken-Eintopf-vegan05
Weiterlesen

Öko? Logisch! – Wattepadersatz und Aufbewahrungsutensilos

Erster Sonntag im Monat. Zeit für eine neue Runde meiner Linkparty Öko?Logisch! Ich weiß nicht, ob es euch auch so geht, aber das Thema ist dieses Jahr allgegenwärtig. Kollegen erzählen, dass sie weniger Fleisch aus Nachhaltigkeitsgründen essen wollen, Blogger quer Beet schreiben Beiträge zum Thema zero waste oder no plastics und die Schüler gehen auf die Straße und demonstrieren für die Umwelt unter dem Motto friday for future. Das Thema Nachhaltigkeit und Umweltschutz ist in unser tägliches Leben eingezogen und das ist auch gut so. Ich freue mich, dass im Januar der eine oder andere Beitrag schon seinen Weg in meine Linkparty gefunden hat. Hier kannst du die Ideen des Januars nachlesen. Bitte nicht verwirren lassen. Wenn man ein WordPresskonto hat, muss man erst auf den Link klicken und dann erscheinen die Beiträge.

Für diesen Monat haben wir uns den Ersatz von Wattepads vorgenommen. Das Teenagermädchen und ich benutzen diese zum Abschminken und sahen hier eine gute Möglichkeit einen Wegwerfartikel zu ersetzen. Das spart zum einen Baumwolle, die beim Anbau viel Wasser verbraucht und zum anderen Plastikverpackungen, in die die Pads eingepackt sind.

Nun gibt es ja mehrere Möglichkeiten Wattepads zu ersetzen. Pinterest ist da ja ein schier unerschöpflicher Quell der Ideen. Ehrlich gesagt, wusste ich nicht genau, was denn nun besser ist. Genähte Varianten mit Jersey oder Frotteestoff, Webstoff oder auch gehäkelte Varianten. Alles erschien mir praktisch und schnell gemacht. Allerdings konnte ich mir schlecht vorstellen, was sich für die Gesichtsreinigung nun am besten eignet. Was lag da näher verschiedene Pads zu werkeln und dann einen kleinen Testlauf zu starten. Gesagt, getan.

Weiterlesen

Thailändisches Curry mit gerösteten Paprikas

Für 2019 haben wir uns vorgenommen, weniger tierische Produkte zu essen. Hauptsächlich aus Nachhaltigkeitsgründen, aber auch weil fleischlose Kost gesund und lecker ist. Wir haben Silvester gleich damit angefangen und ein leckeres thailändisches Curry mit gerösteten Paprikas gekocht. So eine leicht scharfe, pikante Suppe geht auf Festivitäten ja immer und nächsten Tag hat man oft noch einen Rest, den man gut aufwärmen kann. Perfekt für den Auftakt ins neue Jahr.
kichererbsencurry-mit-gerösteter-paprika08 Weiterlesen

Einkauf ohne Plastiktüten

— enthält Werbung —

So, neues Jahr, neues Glück! Zeit für gute Vorsätze und bei denen soll es nicht bleiben. Nachhaltigkeit und Plastikvermeidung war sogar Thema auf unserer Silvesterparty. Das hat mich animiert, gleich zu Anfang des Jahres ein lang gehegtes Vorhaben endlich zu realisieren. Schon lange habe ich selbstgenähte Beutel und Netze in meiner Handtasche. Die zücke ich bei jeder Gelegenheit und da ich fast immer mit einer Handtasche / Rucksack unterwegs bin, bin ich praktisch immer vorbereitet.

Wo ich etwas liederlich war, war die Frage, wie packe ich Obst und Gemüse plastikfrei ein. Oft habe ich die Paprikaschoten oder Birnen ohne Plastiktüten abgewogen und so in den Korb gelegt. Das ist zwar möglich, aber ein bisschen umständlich und spätestens bei Nüssen oder losen Pilzen funktioniert diese Methode dann doch nicht so gut. Aber jetzt bin ich auch da vorbereitet und habe aus dünnem Baumwollstoff Beutel genäht.
Gemüsebeutel-noplastic11 Weiterlesen

Öko? -Logisch!

Ökologisch-Button-Linkparty-Nachhaltigkeit1

Das neue Jahr hat begonnen und es ist die Zeit der guten Vorsätze. Für dieses Jahr habe ich mir gemeinsam mit meiner Familie vorgenommen, mehr für die Umwelt zu tun und dem Thema Nachhaltigkeit mehr Raum zu geben. Wir wollen weniger Fleisch essen, Plastik vermeiden und bewusster mit unseren Ressourcen umgehen. Daher gibt es auf meinem Blog jetzt eine neue Kategorie: Nachhaltigkeit. Mich begleitet dieses Thema schon sehr lange. Ich habe sogar schon meine Diplomarbeit vor mehr als 2 Jahrzehnten zu dem Thema geschrieben, benutze seit Jahren keine großen Plastiktüten beim Einkauf und vermeide chemischen Kram soweit es geht. Ich denke aber, die Zeit ist reif für mehr. Die Weltmeere ersticken in Plastikmüll, der unweigerlich in unsere Nahrungskette kommt. Fadenscheinige Dieselfahrverbote sollen in Innenstädten zur Luftverbesserung beitragen, während sämtliche Waren Deutschlands hauptsächlich auf der Straße transportiert werden und immer größere Warenströme global passieren. Die Massentierhaltung quält Tiere in nicht artgerechter Haltung, nur um noch mehr billiges Fleisch für den Konsum auf Kosten der Gesundheit der Tiere und auch unserer zu produzieren.

Wir sollten daher nicht auf die Politik warten und unseren eigenen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit zu leisten. Ich bin der Meinung, dass jeder im Rahmen seiner Möglichkeiten das gut kann. Es sind die vielen kleinen Dinge, die in der Gesamtheit eine Änderung ausmachen. Viele kleine quantitative Schritte führen oft zu einer neuen Qualität. Auch wenn wir denken, wir können die Welt nicht retten, können wir sie doch selber ein kleines bisschen besser machen. Dabei geht es nicht darum, jetzt auf Schlag zum „Voll-Öko“ zu werden (auch, wenn das unserer Umwelt sicherlich hilfreich wäre) und es geht nicht darum, jeden missionarisch zu belehren, der in ein Steak beißt oder seine Paprika in eine Plastiktüte packt. Es geht darum uns bewusster zu machen, was wir persönlich leisten können und wollen. Wir können trotz Pendeln zur Arbeit den einen oder anderen Weg mit dem Fahrrad machen. Wir können immer ein paar Beutel zum Einkaufen im Auto oder in der Handtasche haben und wir können uns überlegen, ob wir das 10. T-Shirt jetzt wirklich brauchen oder ob es nur ein Frustkauf ist, weil es gerade im Job nicht läuft. Wir sollten darüber nachdenken, wie wir die alte Kinderjeans noch verwerten können oder ob das Schraubglas jetzt einfach so in den Müll geschmissen werden sollte. Es gibt so viel, was wir machen können. Wie heißt ein bekannter Instahashtag so schön #fuckeinfachmachen

Weiterlesen

Unser nachhaltiger Tannenbaum

Schon weit vor Weihnachten warf ich am Abendbrotstisch in die Runde, dass ich dieses Jahr gegen einen klassischen Tannenbaum bin.  „Was, keinen Tannenbaum?“ kam besonders aus der Teenagerfraktion. Ich begründete meine Meinung mit dem ökologisch sinnlosen Tannenbaumschlachten, nur um für ein paar Tage einer Tradition zu folgen. Zugegeben, es ist eine schöne Tradition. Sind doch für fast jeden schöne Erinnerungen mit dem nach Harz duftenden Baum zu Weihnachten verbunden. Allerdings finde ich mittlerweile den Preis zu hoch. Die Bäume wachsen zig Jahre in extra angebauten Schonungen mit nicht unerheblichen Pestizideinsatz. Wir feiern oft Silvester eine Party und schmeissen den Baum dazu schon wieder raus. Sprich 10 Tage Tradition gegen 10 Jahre Wachstum in Monokultur. Nachdem wir darüber am Abendbrotstisch gesprochen haben, waren doch immerhin 3 von 4 Familienmitgliedern überzeugt, dass es eine Alternative auch tun würde.
Weihnachtsbaum05
Weiterlesen