Kissenparade und die Kunst einen Reißverschluss einzunähen

Mit der neuen Lümmelcouch wurde es Zeit, die Kissen zu erneuern. Die alten ausgenudelten Dinger passten weder farblich und besonders schön waren sie auch nicht mehr. Hier musste unbedingt neuer Schwung reingebracht werden. Na, da schwingen wir uns doch gleich rüber zur Nähmaschine und schauen nach, was wir brauchen. Ich wollte Kissen mit grafischen Mustern und bei Stoff und Stil war eine kleine Kollektion schnell bestellt. Reißverschlüsse auch noch dazu. Da schwöre ich ja auf die Endlosvarianten vom  Nähkaufhaus. Dann  flackerte das grandiose e-book von bernina zum Thema „nahtverdeckten Reißverschluss einnähen“ über den Bildschirm und ich wußte, genauso mache ich das auch.
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Kuschelkissen aus Filzwolle

Winter ist Kuschelzeit. Was gibt es Schöneres als sich auf die Couch zu schmeißen, der Kamin bollert vor sich hin, in der Hand die Häkelnadel und im Rücken ein gemütliches Kissen. Während der Weihnachtstage habe ich in einem einfachen Kraus-Rechtsmuster ein Modell gestrickt. Die Bambusnadel von dem Projekt „Ein Schal fürs Leben“ und ein paar Knäul Drops Eskimo in hellgrau waren genau richtig dafür.
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Für ein bisschen mehr Gelassenheit-der Leseknochen

Die liebe Antetanni hat extra für mich dieses Abreißblatt entwickelt. Geduld und Gelassenheit sind leider nicht meine Kernkompetenzen. Daher ist dieses Blatt wunderbar, wenn ich mich mal wieder hochspule. Das Blatt wurde sofort ausgedruckt und keine halbe Stunde später benutzt. Nein , nicht ich- sondern ein aufgeregter Kollege brauchte eine Portion Gelassenheit. Und ich sage euch: ES HAT GEWIRKT! Er wurde gleich ruhiger 🙂 . Danke, liebe Antetanni für die Idee und Ausführung meines persönlichen „mach mal Pause“ Blattes.

Ich finde ja, dass wir in Punkto Geduld und Gelassenheit oft von den jüngeren Familienmitgliedern lernen können, in meinem Fall vom Sohnemann. Sein Wochenprogramm kann mit dem eines Managers mithalten. Schule, 3 x die Woche Fußball, Französisch fakultativ, Gitarre und Kinderfeuerwehr – da bleibt nicht so viel Zeit für Gammeln. (Nur für’s Protokoll: Nichts davon geschieht auf Wunsch der Eltern, er hat sich alles selber ausgesucht und er macht es seit Jahren!) Trotzdem legt er eine Gelassenheit an den Tag, die bewundernswert ist. Nie ist es ihm zu viel, nie mosert er, dass er ja soooooo viel zu tun hat, ist immer entspannt und gelassen dabei. Gerade mal die Startzeit der Spiele am Wochenende erregen mehr von seiner Aufmerksamkeit, da er doch ganz gerne länger schläft. Ich dagegen handle zwar oft nach dem Motto „ich mache eins nach dem anderen“, gerate aber doch zeitweise in Panik Unruhe angesichts der Aufgabenflut, die über mich rein bricht oder die ich mir, zugegebenermaßen selbst eingebrockt habe.
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Orange Blue

Wer die Überschrift liest, denkt vielleicht auch wie ich an die Band gleichen Namens mit dem Schmachtfetzen  When Julie says. Kaum zu glauben, dass dieses Lied schon 16 Jahre alt ist. Mir fiel jedenfalls diese Band bei meinen letzten Näharbeiten ein. Warum? Weil ich genau diese Farben „Orange and Blue“ verwendet habe.

Aber von vorn: Wir brauchten ein schönes Geschenk zur Jugendweihe. Wir sind mit den Eltern schon jahrelang gut befreundet und auch unsere Töchter verstehen sich super und glucken z.B. auf dem Campingplatz 24 h zusammen. Nun sollte es etwas Individuelles sein, was zu Anni, so ihr Name, passt. Sie ist eine eine begeisterte Basketballspielerin. Das sollte auf jeden Fall eine Rolle spielen. Zusammen mit meiner Tochter entwickelten wir die Idee, dass es ein Kissen mit ihrem Namen und dem Thema Basketball sein sollte. Bei den Farben war orange schnell klar und der Gegenspieler wurde dann blau, grau hätte ich mir aber auch gut vorstellen können. Oranger Patchworkstoff ist nicht an jeder Ecke zu finden, aber ein Glück haben wir ja das World Wide Web und so kam nach ca. einer Woche der Stoff aus England angereist. Bei Buttinette fand ich dann den passenden blauen Stoff dazu. Ich entwarf Ideen mit Bildern von Basketbällen, Netzen und Annis Namen. Powerpoint ist da für mich ein gutes Programm, Bilder und Texte zu verbinden. Immer wieder befragte ich das Töchterchen, welche Schrift oder welche Bilder sie gut findet. Sie ist da ein toller Ratgeber und weiß immer ganz genau, was gut ist und was nicht. Das hilft mir manchmal in meiner Unentschlossenheit. Dann Buchstaben und Bilder groß genug ausdrucken, notfalls auf mehrere A4 Blätter verteilt und dann konnte der Nähspaß los gehen.

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Ein Bulli kommt selten allein!

Im Frühjahr habe ich ein Kissen mit einem Bulli drauf genäht, was ihr im Beitrag Ein symphatischer Beifahrer nachlesen könnt. Stolz führte ich das Kissen vor dem Verschenken einigen Leuten vor und das Ergebnis davon war, dass ich Begehrlichkeiten geweckt habe und so manches Kissen zu Geburtstagen und anderen Anläßen über meine Nähmaschine ratterte. Als Nummernschild gibt es immer individuell nach Wunsch Namen, Spitznamen, Jahrestage usw.

Hier das Ergebnis von 5 verschiedenen Kissen:

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Auch die Rückseite ist meiner Meinung nach sehenswert mit Blende und farblich passendem Reißverschluss.

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Für meine Tochter und ihre Freundin gibt es den Freundschaftskissen-Doppelpack, dieses Mal mit Schwarz genäht, da sonst die Konturen zu blass gewesen wären. Nicht so einfach, schwarzes Nähgarn verzeiht keinen Schlenker.

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Welches gefällt euch am besten?

Ein sympathischer Beifahrer

Ich hatte diese Woche einen wirklich sympathischen Beifahrer. Zufrieden saß er auf seinem Platz und schaute auf dem Weg zur Arbeit aus dem Fenster. Rücksichtsvoll ließ er mich meinen Gedanken nachhängen und beschwerte sich nicht: „Fahr langsamer, fahr schneller, was war das denn jetzt für ein Manöver!“ oder ähnliches. Gern hätte ich ihn noch länger bei mir gehabt. Habe ihn aber auch gern in liebevolle Hände abgegeben.

Aber von vorn: Wir waren zu einem 30. Geburtstag eingeladen. Da das Geburtstagskind bei VW arbeitet, lag es nahe, sich dieses Themas anzunehmen. Erst wollte ich etwas häkeln, aber als ich diese Kissenhülle im Netz gesehen hatte, wusste ich, was es werden sollte. Bei Buttinette.com fand ich ein paar passende Stoffe. Es sollte ja ein Jungskissen werden, daher konnte ich meine rosa Blümchenmuster nicht einsetzen 🙂 . Sicherlich kann so ein Kissen auch ein schönes Stoffe-Abbauprojekt sein oder bei der Verwertung der vielen kleine Reste helfen.

Die Vorlage von Tula Pink Coastal Cruiser war für ein 45 x 45 cm Kissen. Da ich ein 50 x 50 cm großes Kissen machen wollte, habe ich die Vorlage auf 122% kopiert, damit die Größenverhältnisse stimmen. Lasst euch von den Maßen in Inch nicht verschrecken, einfach umrechnen, 1 Inch = 25,4 mm. Dann das übliche Prozedere: Papierteile als Schablone ausgeschneiden, am besten dafür gleich 2 Kopien machen, da sich einiges überlappt. Auf den Stoff übertragen, auf Vliesofix bügeln und dann auf das Vorderteil bügeln. Von hinten habe ich noch ein dünnes Volumenflies gebügelt, das macht die Applikation noch plastischer. Alle Teile des Bullis mit geradem Stich umranden. Auf der Rückseite habe ich einen Endlos-Reißverschluss eingenäht und mit einer Blende versteckt. Das ist in der Anleitung gut erklärt und war dann kein Hexenwerk mehr. Die beiden Teile rechts auf rechts zusammenstecken und -nähen. Dann noch mit Zickzackstich versäubern und fertig ist der sympathische Beifahrer. Ich glaube, dass wird nicht mein letztes Kissen werden. Schließlich wollen rosa Blümchenmuster verarbeitet werden.

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Kissenparade

Ich hoffe, Ihr konntet den gestrigen traumhaften Sonntag auch genießen. Ich habe gleich den Strandkorb eingeweiht und windgeschützt das Gesicht in die Sonne gehalten. Was gibt es Schöneres. Dazu habe ich meine Frühlingskissen an die frische Luft geholt, die sich so nach und nach vermehrt haben. Das letzte Kissen ist gerade dieses Wochenende dazugekommen. Kissen sind für mich ein ideales Upcyling-Projekt, wo man ausgediente Blusen, Tops oder Hemden aus Baumwollstoffen verwenden kann. Oft sind ja nur die Kragen nicht mehr gut oder der Schnitt ist unmodern geworden. Die Knopfleiste der Oberteile werden dann zu derselben am Kissen. Der Rest ist nun wirklich nicht dramatisch zu nähen. Die Teile werden nach Lust und Laune zusammengesetzt, abgesteppt und die Vor-und Rückseiten zusammengenäht. Das Versäubern mit dem Zickzackstich macht die Maschine ja fast von allein. Bei einem Kissen habe ich einen meiner Lieblingssprüche aufgestempelt. Einzelne Buchstaben habe ich extra aufgenäht, um den „selbstgemacht-Stil“ noch ein bisschen zu unterstützen.

Die gehäkelten Kissen sind entweder Reihe für Reihe (Muschelmuster hier erklärt) oder von der Mitte aus gefertigt. Bei letzterer Variante fängt man mit einem magischen Ring an, häkelt 3 Luftmaschen und 8 Stäbchen. Abgeschlossen wird die Runde mit einer Kettmasche. In der 2. Runde häkelt man 6 Stäbchen, lässt 3 Maschen aus und häkelt wieder 6 Stäbchen, noch 2x wiederholen und mit einer Kettmasche abschließen. In den nachfolgenden Runden nur an den 4 Ecken 6 Stäbchen häkeln, ansonsten im Muschelmuster weiterhäkeln und den Farbwechsel nach jeder Runde nicht vergessen. Das gestreifte Kissen hat eine bunte Knopfleiste, das andere einen Reißverschluss. Grundsätzlich tendiere ich zu Reißverschluss bei Häkelkissen, da die Knopflöcher bei Baumwollgarn gern ausleiern und dann nicht mehr so gut schließen. Auch näht sich so ein Reißverschluss leichter in das Häkelobjekt (weiß keinen besseren Ausdruck 🙂 ) als man denkt.

Meine Patchworkdecke ist ein Anlehnung an die Tilda-Decken. Eine liebe Nachbarin hat mir ihre Nähmaschine geliehen, mit der ich Schriften und Rauten nähen konnte. Mit Zierborten, Knöpfchen und den genähten Verzierungen ist eine bunte Kuscheldecke herausgekommen. Kuschlig deshalb, weil ich von der anderen Seite eine Fleecedecke dagegen genäht habe. Besonders fasziniert war ich von der tollen Anleitung von farbenmix.de zum Herstellen und Annähen von Schrägband. Das hat super funktioniert. Ich habe so das Gefühl, dass ich bald wieder eine Decke nähen möchte, dieses Mal in etwas zarteren Farben. Und meine „abgespeckte“ Variante einer Patchworkdecke ist ja ein durchaus machbares Projekt.

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