Nonnefetzle – eine Kindheitserinnerung

In so melancholischen Momenten eines langen Winters sehne ich manchmal nach der Kindheit. Dieses wohlige Gefühl, alle Zeit der Welt liegt noch vor einem und nichts und niemand kann einem diesen einen Glücksmoment nehmen. Ach, so befreit war man doch nur als Kind! So happy, dass man nur noch tanzend durch die Welt läuft und  auch ein mahnendes: „Zappel nicht so rum!“ einen nicht von der Wolke 7 runter bekommen konnte.

Einer dieser schönen Glücksmomente als Kind war bei meiner Oma zu sein. Sie liebte meine Schwester und mich uneingeschränkt, verlangte keine Ordnung und gute Schulnoten. Im Gegenteil, bei ihr konnten wir unsere Beine und unsere Seele auf dem Kirschbaum baumeln lassen. Sie hat uns immer bedauert, weil wir so viel in der Schule lernen müssen. Süß, nicht? Für sie als warmherzige Bauersfrau war es unvorstellbar, dass wir den ganzen Tag Schulstoff in uns reinprügeln lassen müssen. Meine Schwester und ich hatten da als gute Schülerinnen weniger das Problem als unsere liebe Omi.
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Apfelernte und ihre süßen Folgen

Anfang Oktober zogen wir in die Apfelernte. Onkel und Tante, die in einem idyllischen Dorf bei Schwerin wohnen, brauchten Hilfe in diesem reichen Apfeljahr. Vier riesengroße Bäume, brechend voll mit den Apfelsorten Ontario und Boskoop wollten abgeerntet werden. Bei herbstlich windigem, aber sonnigem Wetter füllten wir Kiste um Kiste mit großen saftigen Äpfeln unter den wachsamen Augen der Hühner. Die gackerten friedlich vor sich her und zahm wie sie sind, freuten sie sich anscheinend über unsere Gesellschaft.

Die Ernte dieses Jahr war wirklich überwältigend. Viele Kisten wurden solange gefüllt bis keine einzige mehr da war. Was noch da war, waren Äpfel und zwar reichlich. Also hieß es, Hänger angeschnallt und ab zur Mosterei. Ein echter Männerjob, diese schweren Apfelkisten hin- und her zu wuchten.
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Die Cheesecake Challenge

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Dieser Sonntag stand ganz im Zeichen der Cheesecake Challenge. Nun mag sich ja der eine oder andere fragen, was das ist. Bei  Jules Moody kannst du nachlesen, wie es funktioniert. Sie hat Ende September dazu aufgerufen, am 9. Oktober synchron einen Cheesecake zu backen, dass unter dem Hashtag #cheesecake bei Instagram zu posten oder einfach nur als Zuschauer dabei zu sein. Pah, Zuschauer, wenn dann richtig. So war es heute an der Zeit zu backen und zu hashtagen. Ergebnis war ein fluffiger Brownie-Cheesecake mit einer knusprigen Zuckerkruste. Auf diese Art von Cheesecake hatte ich schon länger Lust und habe dafür meinen Lieblingsbrownieteig genommen und ihn mit einer Frischkäsecreme kombiniert. Er ist wirklich ganz lecker geworden. Daher hier das Rezept, das ich gern mit euch teile: Weiterlesen

Ode an den Herbst

An dieser Stelle verabschiedest du dich am besten endgültig von lauwarmen Sommernächten, von flirrender Mittagshitze und leise klirrenden Eiswürfeln im Glas. Vergiss auch die Sommerkleidchen mit Spaghettiträgern, den Sand in der Strandtasche und die üppigen Grillbuffets mit vielen Salaten. Am besten du setzt einen Schlussstrich unter das Sommer-Sonne-Flipflop-Feeling. Konserviere deine Erinnerungen an den Urlaub gleich noch mit. Gar nicht so einfach, sagst du? Doch, du schaffst das! Denn jetzt kommt der Herbst.img_2204
Jetzt kommt eine Welt, die wie durch ein Milchglas hindurch von der Sonne beschienen wird. Wo du die letzten schönen Nachmittage auf Balkon / Terrasse genießen kannst und die Sonne dir mild und wohlig warm auf den Bauch scheint. Wo auch Paulchen, der Nachbarskater die Sonne zu nutzen weiß. Weiterlesen

Sommerzeit ist Tartezeit

Es ist Sommer und eine schier verschwenderische Fülle an Früchten ist reif. Egal, ob man im Supermarkt Pfirsiche, Aprikosen oder Melonen kauft oder im heimischen Garten Erdbeeren, Kirschen oder Himbeeren erntet, man weiß gar nicht, für was man sie zuerst verwerten soll. Dieses Wochenende stand ganz im Zeichen von sommerlichen Tartes. Inspiriert von Jeannys bezauberenden Blog Zucker, Zimt und Liebe habe ich sowohl Samstag und Sonntag eine Tarte gebacken, die blitzschnell fertig war und dabei so lecker war, dass ich mich fragte, ich ich all die Jahre ohne eine sommerliche Tarte gemacht habe. Bei dem Rezept habe ich etwas abgewandelt, weil ein leckeres Mürbeteigrezept auf dem Blog „Backen macht glücklich“ auch gerade meinen Weg gekreuzt hat. Diese Kombi war einfach gut und daher hier mein persönliches Rezept.

Zutaten:
250 g Mehl
90 g Zucker
125 g Butter
1 Ei
1 Prise Salz
1 Prise Backpulver
50-100 g geriebene Mandeln
1 Eigelb bzw. ein Ei und Zucker zum Bestreuen
Früchte nach Belieben

Zubereitung:
Mehl, Backpulver, Salz, Zucker und klein gewürfelte Butter zu einem Mürbeteig kneten. Das Ei dazugeben und für mindestens eine halbe Stunde in Folie gewickelt in den Kühlschrank geben. Gern auch über Nacht, dann ist es nächsten Tag um so schneller fertig.
Jetzt den Teig auf einem mit Backpapier belegtem Blech ausrollen. Einfach ein Oval, Risse, offene Stellen, je rustikaler, um so besser. (Das liebe ich am meisten an diesem Rezept 🙂 !). Jetzt die Mitte mit geriebenen Mandeln bestreuen, die saugen die Flüssigkeit der Früchte auf. Dann die gesäuberten Früchte, in diesem Fall halbierte Aprikosen und Johannesbeeren, verteilen und den Rand der Tarte umklappen. Diesen mit Eigelb bestreichen und mit Zucker bestreuen. Jetzt ca. 40 Minuten bei 170 Grad backen und fertig ist eine goldgelbe Tarte. Schlagsahne dazu ist ein Muß, Vanilleeis kann.

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Erdbeer-Rhabarber-Datschi

Als ich neulich in München am Bahnhof nach einer Leckerei Ausschau gehalten habe, stand am Bäcker: Erdbeer-Rhabarber-Datschi. „Wow, das hört sich gut an!“ dachte ich. Auch wenn ich bis dato Datschi nur mit Zwetschgen oder als Reiberdatschi kannte, konnte ich mir so ein Datschi in Verbindung mit Erdbeeren und Rhabarber gut vorstellen. Genau das brauchte ich da und ich verzehrte ein saftiges Stück Hefekuchen mit knusprigen Streuseln obendrauf. „Man, war des goad!“ hätte ein Bayer gesagt.
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Pudding-Schmand-Torte mit Himbeeren

Zu einem perfekten Sonntag gehören für mich Torte und Sonnenschein. Beides gab es an diesem Muttertag. Glückwünsche an alle Mamas an dieser Stelle. Ihr seid toll! Wunderbar, wenn man das Rezept einer lieben Kollegin zur Hand hat und eine Pudding-Schmand-Torte mit Himbeeren machen kann. Ein fruchtig-cremiger Genuß, der sich super vorbereiten lässt, so dass einem am Sonntag ganz viel Zeit für’s Kaffee trinken und Torte verspeisen bleibt.
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Schokokuchen mit geheimer Zutat

Heute ein Beitrag aus der Kategorie Experimentalküche. Bei den Recherchen zu Rote-Bete-Rezepten bin ich bei lecker.de auf einen Schokokuchen gestoßen, der genau diese enthielt – Rote Bete. Schokokuchen mit roter Bete, ob das schmeckt? Mein letztes Experiment dieser Art war ein Kürbiskuchen, den ich in nicht allzu guter Erinnerung hatte. Egal, das war schon lange her und außer ein paar Zutaten und die Arbeit beim Zusammenrühren hatte ich nichts zu verlieren. Die Neugier war größer. Da das Experiment unter größter Geheimhaltung durchgeführt werden sollte, buk ich den Kuchen während die Jungs der Familie beim Fußball waren und das Töchterchen es sich in ihrem Prinzessinnenturm gemütlich gemacht hatte. Mal sehen, ob sie merken, was da im Kuchen drin ist. Weiterlesen

Pflaumenkuchen – schlicht und ergreifend

Ein paar Pflaumen im Schuppen warteten auf ihre Verarbeitung und ich hatte Lust auf Pflaumenkuchen. Irgendwie fehlte mir das ultimative Rezept. Eins aus der letzten Chefkochzeitung mit gefühlten 2 Pfund Butter, Vanillepudding, Streusel und dann noch ein ganzes Blech erschien mir doch etwas zu gewaltig angesichts der Tatsache, dass wir lediglich zu viert am Tisch sitzen. Wenn überhaupt! Wer kennt das nicht mit halbwüchsigen Kindern, die um 14.00 Uhr aufspringen und sagen: „Bin dann mal weg!“ und dann sitzen wir zu zweit mit so einem gewaltigen Kuchen an. Ich wollte auch keinen Hefekuchen backen, Mürbeteig ist der Familie zu knusprig, also einen schönen Rührkuchen mit Streuseln, dass sollte es sein. So weit zur Vorgeschichte.

Jedenfalls habe ich diesen Pflaumenkuchen bei Chefkoch gefunden und was soll ich sagen, er ist schlicht und ergreifend lecker! Das Einzige, was ich weggelassen habe, war der Zimt in den Streuseln. Das ist mir bei Früchten oft ein bisschen zu vordergründig, aber ein Blubb Sahne mit ein wenig Zimt und Zucker drauf, das hat was.

Letztendlich saßen wir – dieses Mal alle 4 – gemütlich  in der Sonne und haben fast den ganzen, noch lauwarmen Kuchen aufgegessen. Es ist ein Rezept, dass auf jeden Fall in die Familienkartei aufgenommen wird.

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