Die Erdbeeren warten nicht!

Letzten Sonntag sind wir bei brütender Hitze zu Onkel und Tante gefahren. (Ich habe von meiner lieben Tante Ursel schon in einem vorangegangenen Post über Plätzchen berichtet.) Jedes Jahr fahren wir zur Erdbeerernte und kochen einen Tag gemeinsam mit meinen Eltern den Jahresvorrat an Erdbeermarmelade. Ja, es war wirklich heiß, aber die Erdbeeren warten nicht! Also frisch ans Werk, die Erdbeeren waren von meinem Papa schon fast fertig gepflückt. Wir pulten die Stempel raus, zogen zum Marmeladekochen unsere Herdplatte plus Verlängerungskabel aus dem Kofferraum und verschwanden auf der Tenne. Unsere Marmeladenschlacht in diesem Raum hat sich über Jahre bewährt. Erstens ist die Tenne schön kühl, zweitens bleibt die Küche verschont von unseren reichhaltigen Kleckereien bzw. kann für die regulären Mahlzeiten genutzt werden und drittens haben wir genug Platz für Zutaten, Schüsseln, Gläser usw.

Bei Erdbeermarmelade bin ich übrigens ein Verfechter des klassischen Rezeptes. Ich mag da keine Experimente mit Holunderblüten, Minze, Caipirinha u.ä. und bloß keinen Gelierzucker. Unser Familienrezept lautet folgendermaßen: 1 kg Erdbeeren wird mit dem Kartoffelstampfer leicht angedrückt, damit Saft austritt. Jetzt ca. eine Viertelstunde kochen und dann 500 g Zucker dazu, sprudelnd kochen lassen, dann geht es schneller, kleckert leider aber auch mehr. RÜHREN, RÜHREN, RÜHREN! Zum Schluss die Masse mit dem Pürierstab je nach Gusto zerkleinern. Da unsere Kinder keine Stückchen mögen, pürieren wir sehr fein. Nach jahrelanger Erfahrung wissen wir (also meine Mama), wann wir fertig sind. Die Masse muss schön cremig sein. Wer unsicher ist, lässt ein wenig Marmelade auf einem Teller aus dem Gefrierfach abkühlen und bestimmt so den optimalen Grad der Konsistenz. Und bitte die Zutaten nicht verdoppeln oder verdreifachen. Es dauert dann unnötig länger und die Marmelade verliert ihre schöne rote Farbe.

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Wir trieben es mit unseren Herdplatten soweit, dass die Sicherung raussprang. Trotzdem konnte ich mich dem Charme dieser alten Steckdosen und Schalter nicht entziehen. Echt Vintage, oder?

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Ich bin immer gern bei Tante und Onkel. Sie wohnen in dem Haus meiner Großeltern und viele Kindheitserinnerungen sind mit diesem Ort verbunden. Gemeinsam mit meinem Schwesterherz war ich oft dort und wir haben „Abenteuerurlaub“ auf dem Dorf gemacht. Der Hühnerstall war auch eines unserer Reviere 🙂 .

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Die Hühner waren scharf auf jede olle Erdbeere, die wir über den Zaun warfen. Die Schüsseln wurden nach getaner Arbeit abgespült. Das Wasser darin wurde über den Zaun geplatscht. Herrlich, wie die Hühner aufgeschreckt wurden. Leider gibt es davon kein Bild.

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Wir fuhren mit unseren Schätzen nach Hause und 3 Gläser wurden gleich dekoriert. Pinterest bietet da viele Varianten an Ettiketten, wie zum Beispiel diese hier. Tortenspitze mit Band auf den Deckel gebunden und hübsch sind unsere Marmeladengläser.

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Die Kirschen fangen auch schon an zu reifen. Mal sehen, wann es heißt: die Kirschen waren nicht!IMG_2681

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Mit Vitamin C durch den Winter

Bei dieser Idee wurde das Nützliche mit dem Angenehmen verbunden. Mara von ihrem tollen Blog lifeisfullofgoodies.com brachte mich auf die Idee, die übrig gebliebenen Limetten als Gelee zu verwerten. Da meine Limetten schon aufgeschnitten waren, habe ich ein neues Rezept kreiiert. Die 3-4 Limetten wurden in den Smoothie-Mixer gehauen und zu Brei gemixt. Den habe ich durch ein Sieb gestrichen und die ca. 300 ml mit einem „Antioxidantien-Saft“ auf 750 ml aufgefüllt. Der Saft enthielt Traube, Granatapfel, Acerole und war einfach nur lecker. Dazu kamen 400 g brauner Zucker und ein in der Schublade schlummerndes Gelierfix. Das Ganze unter Rühren aufkochen, 3-5 Minuten sprudelnd kochen lassen und in die sauberen Gläser abgefüllt. Es ist richtig schön sauer, aber auch sehr erfrischend. Ich mag es!

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Mit Dymo-Band war die Beschriftung schnell erledigt und mit Butterbrotpapierkreisen und knallgrüner Schleife war das Vitamin C Gelee schon fertig dekoriert. P1030462

Kennt ihr auch solche kleinen Kurositätenkabinette? Der grüne puschelige Wurm lag noch in der Küche rum und passte farblich einfach genial zu dem Gelee. Ob nun der ausgefallene Zahn für Vitamin C Gelee werben sollte, ist dann doch fraglich, aber „that‘ life“. 🙂