Venedig an einem Tag

Bei dem heutigen Regenwetter war es drin gemütlich und mit Spaß sortierte ich meine Urlaubsbilder. So gibt es heute einen Beitrag über unseren Ausflug in eine ganz besondere Stadt. Wir genossen unseren wunderbaren Urlaub im beschaulichen Poreč und wurden am Strand von Hansi angesprochen, an einer Katamaran Tour nach Venedig teilzunehmen. Hansi verkaufte diese Tagesausflüge und hatte eine 2 in Deutsch. Ich konnte letztere Aussage nicht überprüfen, aber auf so einen Städtetrip in die Lagunenstadt hatten wir schon Lust. Also mutig voran und gebucht. Am Strand! So etwas macht man auch nur im Sommer, wenn das Gehirn zu lange auf „Relax“ geschaltet ist.

Einen Dienstag in der Früh ging es dann los. Um kurz vor Sieben mussten wir am Anleger sein, ganz schön früh im Urlaub. Wir hofften, das sich der Ausflug in das weltberühmte Venedig lohnen wird. Ehrlich gesagt, war ich ein bisschen skeptisch. Sind da im Hochsommer nicht Massen an Touristen, die sich durch schmale Gassen und auf den Brücken tummeln? Hoffentlich muffeln die Kanäle nicht und die Bauten sind nicht zu verfallen. Ein bisschen Vintage ist ja ok, kann aber zu viel sein bei allzu bröckelnden Fassaden. Teuer soll es auch noch sein, ein Kaffee mehr als 10 EUR! War gespannt.

Auf dem Katamaran begrüßte man uns in allen gängigen Sprachen und wir bekamen viele nützliche Informationen. Dazu auch die Angebote, die wir dazu buchen konnten. Wir entschieden uns für den Transfer vom Katamaran Anleger zum Markusplatz und eine Fahrt auf dem Canal Grande mit dem Taxiboot. Nach zweieinhalb Stunden kamen wir mit dem Katamaran in der Lagunenstadt Venedig bei blitzeblauen Himmel an und ich war das erste Mal verzückt. Was für eine Stadt!

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Während des Transfers erklärte uns Anne-Marie, unser Guide, auf Deutsch, Englisch und Holländisch alle Sehenswürdigkeiten, die rechts und links zu sehen waren. Neben der Kirche „Santa Maria della Salute“, die als Dankeskirche nach einer Pestepidemie gebaut wurde, wurde uns auch das Haus von Elton John gezeigt. Witzig, dass ein heutiger Künstler zusammen mit Einwohnern der Stadt wie Giacomo Girolamo Casanova (1725 – 1798) und Marco Polo (ca. 1254 – 1334) genannt wird. Auf der anderen Seite der Mündung zum Canal Grande sahen wir den prächtigen Dogenpalast mit dem Campanile San Marco bzw. Markusturm, der ursprünglich als Leuchtturm und Landmarke der Lagunenstadt genutzt wurde.

Wir stiegen am Anleger aus, bekamen noch einmal von Anne-Marie wieder in 3 Sprachen eingebläut, diesen Anleger aus unserem Kopf zu streichen und ihrem „pink umbrella“ zu folgen. Ich kam mir ein bisschen vor wie ein amerikanischer Kreuzfahrtpassagier, der 5 Städte in 7 Tage abgrast. Jedenfalls hatte ich schon bei den ersten 3 Fotos der Seufzerbrücke und den Gondeln den „pink umbrella“ samt meiner Familie verloren. Nur kurz beunruhigt, knipste ich weiter und sah schon die nächste Gruppe mit „pink umbrella“. Dieses Mal war die kroatisch-russische Truppe unterwegs. Na perfekt, die gehen doch zum Markusplatz. So war es dann auch. Hier traf ich alle wieder, die Uhrzeit für die Taxibootfahrt wurde noch vereinbart und dann begann der individuelle und damit der superschöne Teil der Venedig Tour.
IMG_1185Wir waren ja praktisch schon an dem beeindruckenden und prachtvollsten Platz Venedigs angekommen, der Piazza San Marco. Der Markusplatz ist das ehemalige Macht- und Repräsentationszentrum der Stadt und mit einer Länge von 175 Metern und bis zu 82 Metern Breite der größte Platz von Venedig. Hier befindet sich der berühmte Markusdom (Basilica di San Marco), der Dogenpalast, der eingangs erwähnte Markusturm, Bibliotheken, Museen und Cafés. Der Dogenpalast (Palazzo del Doge) dient heute noch als Sitz des Dogens. Auch Regierungs- und Justizorgane befinden sich hier. Ein sehr bekanntes Café am Markusplatz ist das Café Florian. Ein Cappuccino kostet hier mittlerweile 16,50 EUR. Aber ich sage euch: Eine Atmosphäre ist da – unbezahlbar. Eine kleine Kapelle spielt Kaffeehausmusik und Gäste aus aller Herren Länder schlürft dort gemütlich einen Kaffee. Ich finde, dieses Flair ist schon mal ein teures Getränk wert, zu Mal man 6,50 EUR für das Getränk, 5 EUR für den Service und 5 EUR für die Musik bezahlt. Wir genossen es ohne Cappuccino.
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Danach erkundeten wir in aller Ruhe die Stadt. Schauten uns einige der 389 Brücken an, unter anderem die berühmte Seufzerbrücke (Ponte die Sospiri). Sie verbindet das ehemalige Gefängnis im Erdgeschoss mit dem Dogenpalast. die Gefangenen, die zu Gericht geführt wurden, konnten beim Überqueren der Brücke ein letztes Mal auf die Stadt schauen. Das führte zu dem einen oder anderen Seufzer, was der Brücke seinen Namen verliehen hat. Unser Weg führte uns vorbei an dem besten Eis von Venedig. Da wurde natürlich ein Frühstückseis genossen. Noch ein Blick in die Schaufenster, die mit Schuhen, Lederwaren und vor allem dem berühmten Muranoglas gefüllt waren. Die gleichnamige Insel, die nur 20 Minuten vom Zentrum entfernt ist, ist das Zentrum der Glaskunst. Klar, dass zumindest ein kleiner Anhänger aus Muranoglas mit musste.
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Wir kamen an der Rialtobrücke (Ponte de Rialto) an. Hier konnte ich mir gut vorstellen, dass Venedig einer der meistbesuchten Städte Europas ist. 30 Millionen Touristen pro Jahr, wovon viele Tagestouristen sind. Hier war es wirklich voll. Trotzdem war die Stimmung gelassen und friedlich. Jeder wartete bis der andere sein Selfie geschossen hat und er an der Reihe war. Die Rialtobrücke war bis Mitte des 19. Jahrhunderts die einzige Überquerung des Canal Grande. Ein Glück sind 3 weitere hinzugekommen. So jetzt aber raus aus dem Gedränge und gemütlich am bedeutendsten Kanal der Stadt entlang geschlendert. So kamen wir zur Accademia-Brücke (Ponte dell‘Accademia), die nach dem gleichnamigen Museum am Campo della Carità benannt wurde (Gallerie dell’Accademia). Hier war es angenehm leer und wir hatten einen wunderbaren Blick auf den Canal Grande.
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20160809_131243Gemeinsam mit 174 anderen Kanälen durchzieht dieser bedeutendste Wasserweg die Lagunenstadt. Mit 4 km Länge ist er auch der längste Kanal und schlängelt sich s-förmig an vielen berühmten Bauten mit seinem türkisblauen Wasser vorbei. Und es muffelt kein bisschen 🙂 . Er beherbergt alle Arten an Wasserfahrzeugen. Egal ob Massimo die Post austrägt, die Carabinieri unterwegs sind oder die Ambulanz einen Hilfebedürftigen aufsuchen muss, alle sind bootsseitig gut ausgestattet. Sogar die Müllabfuhr hat ihre eigene Flotte. Es war wirklich faszinierend, eine Stadt mit Wasserwegen beim täglichen Leben zu bestaunen. Wir beobachteten auch die Wasserbusse (Vaporetti) und Taxiboote, ebenso wie die privaten Boote, die auf den Kanälen cruisten.IMG_1242

Das berühmteste Verkehrsmittel in Venedig ist die Gondel. Kaum eine Postkarte, die nicht diese Art der Fortbewegung zeigt, die meistens von Touristen genutzt wird. Witzigerweise waren fast nur Asiaten in den Booten, natürlich gut behütet und gern mit Schirm. War ein bisschen wie venezianisches Kirschblütenfest.
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IMG_1302Wir suchten uns eine kleine Piazza für eine Verschnaufpause und tranken Kaffee und Wasser, Brause für die Kinder. Keine Angst, hier hat der Cappuccino ganz normale 3-4 Euro gekostet 🙂 Wir schlenderten weiter durch die Gassen, knipsten schöne Fassaden, Fenster und Gassen. Eine Katze hatte eine Echse gefangen. Wir zogen für unsere Nahrungsaufnahme ein leckeres Sandwich vor. Durch die Gassen werden die Waren übrigens in speziellen Karren transportiert. Kaum, das ein paar Minuten vergehen, heißt es wieder lauthals „Attenzione!“, weil wieder einmal ein Touri den Lastenträger vor die Füße läuft.

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Jetzt ging es wieder etwas hektischer zu. Wir liefen zum Anleger des Taxibootes und mit 8 anderen Fahrgästen startete unser Capitano rasant, kaum hatte der letzte Gast das 2. Bein im Boot. Im Sitzen (wir hatten schon etwas schwere Beine nach dem Pflastertreten) und mit ein bisschen Fahrtwind genossen wir die prachtvolle Stadt vom Wasser aus. Nach dem Canal Grande kamen wir auch in kleinere Kanäle. Hier musste sich unser Käpt’n schon bücken, um durch die Brücken durchzukommen. Keine Ahnung, ob es hier Verkehrsregeln gab. Wenn ja, hat sie keiner beachtet.
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IMG_1338Es war wirklich ein würdiger Abschluss unseres Tages in Venedig. Zurück ging es im Bus. Der Katamaran war wohl kaputt. Na ja, wer weiß. Es zog sich etwas, da wir bei einer Umsteigeaktion auf andere Busse warten mussten. Wir muffelten unsere Sandwiches und beim Halt an einer Tanke versorgten wir uns mit kalten Getränken und Süßigkeiten. Schlecht ging es uns nicht und wir wurden gefahren, Sonnenuntergang inklusive.
IMG_1312Insgesamt waren wir schwer begeistert von Venedig. Jederzeit wieder würden wir dieser tollen Stadt einen Besuch abstatten. Museen, Bauwerke, Galerien wollen auch einmal von innen betrachtet werden. Da ist noch viel Luft nach oben, wie man so schön sagt. Wenn uns einer fragt: „Was war das schönste Erlebnis in eurem Kroatienurlaub?“ sagen wir alle Vier im Chor: „Venedig!“ Ein bisschen schräg, oder?

Was habt ihr tolles im Urlaub erlebt? Was hat euch beeindruckt? Was war anderes als eure Erwartungen? Vielleicht auch so viel besser? Freu mich auf eure Geschichten!

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6 Gedanken zu “Venedig an einem Tag

  1. Liebe Undine, danke für die schönen Bilder.
    Von Süddeutschland aus ist es nicht soweit, so weckst du schöne Erinnerungen. In Venedig kann man sich immer an den Preisen orientieren, wenn man sich verlaufen hat. Jede Querstraße näher zum Markusplatz ’nen Euro mehr 🙂
    Super cool wie du einfach dem nächsten pinken Schirm gefolgt bist. Ich weiß nicht ob ich beim ersten Besuch, mitten im Gewühl, so gelassen geblieben wäre….
    Ciao Tutti

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  2. Ciao Bella!
    Wunderschöne Fotos hast Du gemacht und die besondere Venedig-Stimmung toll eingefangen. Jetzt habe ich Italien-Sehnsucht! Mich hat besonders fasziniert, wie schnell man vom Getümmel auf den bekannten Plätzen und Straßen nach nur 2x Abbiegen in einer ganz anderen, ganz stillen Welt ist. Und den teuersten Eisbecher Italiens konnte ich mir nicht verkneifen 😉
    Liebe Grüße!
    Marion

    http://www.unterfreundenblog.com

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